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Persönlichkeiten & Diamantiker

Christian Erdmann

Oldschool

Es sind die zweirädrigen Oldtimer, die Christian Erdmann aus dem Dornröschenschlaf erweckt hat, die er hegt und pflegt – und bewegt. Als Diamantiker sind das natürlich viele Modelle von Diamant, aber auch Spezialitäten wie ein Mifa-Tandem.

Warum Fahrräder aus der Vergangenheit?

Weil aus ihnen ein ganz besonderer Charme spricht. Vielleicht sind es auch unerfüllte Jugendwünsche, die mich da antreiben. Diamant deshalb, weil ich als Kind keines hatte, aber gerne eines gehabt hätte. Später kam ich mal an eines, so ein weinrotes, aber das war dann irgendwann und irgendwie wieder verschwunden … da fehlte wohl noch ein bisschen die Wertschätzung, die bei mir später kommen sollte.

… und die sich ja inzwischen in einer Menge
von Fahrrädern niedergeschlagen hat: Von wie vielen Modellen – fertigen oder unfertigen – sind Sie denn stolzer Besitzer? Ich komme jetzt auf 40 Räder insgesamt, 17 davon sind Diamant, nicht zu vergessen, die zwei, die aktuell noch nicht fertig, also in Arbeit sind.

Gutes Stichwort: Was ist Ihnen denn wichtig bei der Arbeit mit Ihren Veteranen?
Hauptsache, die Basis stimmt. Auch nicht unwichtig: Der Lack sollte einigermaßen okay sein. Ich gehe dann hin und säubere ihn. Anschließend wird er versiegelt, damit er geschützt ist, so wie er ist. Und dann gibt es ja noch die Sache mit den Teilen, die immer wieder mal fehlen: Beleuchtung, eine D-Felge oder andere authentische Komponenten. Da muss man manchmal improvisieren oder Glück haben. Das Beste ist eigentlich, wenn ich schon im Kopf habe, wie das später mal aussieht.

Alfons Karl Reschke

Mobiler Leidenschaftler

Alfons Karl Reschke gehört zu den Menschen, denen man sofort ansehen kann, dass sie sich für Dinge begeistern können. In seinem Fall sind das, wie man es bei einem Diamantiker vermuten sollte, Fahrräder aus einem bekannten Werk in einem kleinen 4.500 Einwohner-Dorf bei Chemnitz. Lesen Sie mehr über Herrn Reschke, Rennradsättel und RENAK: 

Familiär vorbelastet

Vielleicht bin ich ein Diamantiker, weil das mit Diamant bei uns in der Familie liegt: Da war der Opa, dessen erstes Fahrrad nach dem Krieg ein Diamant war. Oder meine Eltern, die Mitte der 1960er mit einem paargleichen 28er Diamant Damen- und Herren-Sportrad unterwegs waren. Es gibt Bilder von Rädern und mir, da bin ich gerade eins geworden. Als ich dann als kleiner Junge selber fahren konnte, war ich natürlich von unseren Helden der Friedensfahrt begeistert und mit den Freunden gerne auf der Radrennbahn. Da war ja auch immer etwas los. 

Lange Treue
Was für mich das Größte war: Als ich mir von meinem Ersparten und dem Geld, das ich zu meiner Kommunion geschenkt bekommen habe, 1975/1975 ein Fahrrad kaufen konnte. Keines von MIFA, sondern ein 28er Sportrad von Diamant. Anfangs hatte das keine Schaltung, aber ich habe mir dann eine 3-Gang-Rennschaltung von RENAK eingebaut und außerdem einen Möve Rennradsattel montiert. Das Sportrad hatte von Anfang an diese ungewöhnliche Lackierung in Lila, aber an die habe ich mich inzwischen gewöhnt. Immerhin fahre ich das gute Stück ja jetzt schon über 40 Jahre. Nicht nur jeden Tag zur Arbeit, sondern natürlich auch gerne auf Touren, so wie letztes Jahr von Cottbus nach Chemnitz. Einer der heftigsten Ausflüge war übrigens die Fahrt von Eisenach auf die Wartburg mit den vollbeladenen Gepäckträgern, die ich mir gebaut hatte: Die letzten 2,5 km schrauben sich ganz schön nach oben, erst mit sportlichen 11,9 % Steigung, die dann aber sogar zu brutalen 21,7 % werden. Ich wollte da unbedingt rauf, aber bei den letzten 200 m am Schluss ging gar nichts mehr. Na ja, wie es so schön heißt: Wer sein Rad liebt, der schiebt. 

Wünsche und Ideen
Mein absolutes Objekt der Begierde? Ganz klar: ein Rennrad 167 aus dem Jahr 1963, meinem Geburtsjahr. Sehr gerne originalbelassen. Bin ich ja schließlich auch. Wenn ich mir von Diamant in Sachen Modelle etwas wünschen könnte, dann wäre es zum einen ein einfaches und gutes Lastenrad, wie es ja schon früher einmal gebaut worden ist. Und zum anderen hätte ich da so eine Idee: das Diamant Tandem – perfekt, um gemeinsam durch den Spreewald zu radeln oder auf Touren zu gehen. Meine Frau und ich stehen gerne als Testfahrer zur Verfügung!

Alexander Feller

Schrauben mit Geschichte

Ein Fahrrad-Enthusiast durch und durch zu sein, das trifft es irgendwie ganz gut bei dem Meister des Feinmechanikerhandwerks Alexander Feller, der sich bei Diamant um die Ausbildung „seiner“ Zweiradmechatroniker kümmert. Der auch schon die überbetriebliche Ausbildung von Fahrradmonteuren übernommen hat, lange Jahre im Fahrradhandel gearbeitet hat und der als Vorarbeiter in der Fahrradmontage beschäftigt war. Und das ist nur der berufliche Aspekt.

Die Teile einer Zeitreise

Ein Kindheitstraum aus Einzelteilen
Ein Diamant Rennrad zu besitzen, ist so etwas wie ein Kindheitstraum. Es war dann auch eines der ersten Räder, das ich mir aus Einzelteilen zusammengebaut habe. Dazu kamen dann weitere Anbauteile, Rahmen, Fragmente und Komponenten, bis ich im Laufe der Zeit eine beachtliche Anzahl an Räder zusammengebaut bzw. gesammelt habe. Und die heute als Bestandteil der Sammlung im Museum „Zeitreise“ in Hohenfichte / Erzgebirge zu sehen sind. Aktuell organisieren Ludwig Karsch und ich gerade die Sonderausstellung „130 Jahre Diamant“. Das ist immer eine Gratwanderung zwischen den Inhalten – was ist wirklich wichtig? – und den auszustellenden Modellen – was macht sich gut? Während zahlreicher Diskussionen zu diesen Fragen kann man übrigens eine Menge Wissenswertes über die Geschichte der einzelnen Modelle und deren Stellenwert in der Geschichte erfahren.

Lieblings-Diamanten
Eine Frage, die ich leicht beantworten kann: Das wichtigste Produkt ist ganz eindeutig die Sportrad-Serie, bzw. das „Modell 130“. Denn diese Serie reicht vom „Modell 68/8“ der 1930er Jahre, geht über das „Modell 108/208“ der 1950er, die Rennsporträder der 1980er und frühen 1990er sowie die Modelle „Avenue“, „Montezuma“ und „Pacer 125“. Sie reicht bis zum Modell „130“ von 2015. Kein anderer Hersteller hat diese Art der Fahrräder über viele, viele Jahrzehnte immer weiter konsequent ausgebaut.

Mandy & Hartmut Böhm

Enthusiasmus mal 2

Hier zeigt sich, dass man Diamant-Enthusiasmus auch teilen kann: Hartmut Böhm, Entwicklungskoordinator in der Pilot Group, und Mandy Böhm, Kommunikationskauffrau und REFA-Arbeitsorganisatorin, arbeiten beide erfolgreich bei Diamant. Er kümmert sich um die Koordination, damit u. a. die Demo-Bikes perfekt präsentiert werden, Sie um die Kalkulation der Fahrräder und Komponenten, um Arbeitswerte und um Zeitstandards. Im Privaten sind beide ein Paar.

Enthusiasmus? Klar!

Was heißt eigentlich Enthusiasmus?
Dass es uns gefällt, nach unserem normalen Arbeitstag an Firmen-Events teilzunehmen? Wir finden beide Events gut, bei denen es sich um Fahrräder dreht. Deswegen besuchen wir sie gerne. Und selbstverständlich sind wir auch sehr gerne beim Organisieren solcher Events dabei. So wie beim „4. Großen Diamant Preis“ 2015.

Idole und Fahrrad-Favoriten
Unser größtes Idol? Eindeutig Täve! Er ist eine Radsport-Legende, die wir zu diesem Anlass einladen wollten. Nachdem wir nach einiger Recherche seine Telefonnummer herausgefunden haben, hatten wir Frau Schur in der Leitung, die mir aber sagte, dass „Vati“ nicht da sei und wir später wieder anrufen sollten. Später war „Vati“ selbst am Apparat und nahm die Einladung sehr gerne an. Leider konnte er krankheitsbedingt dann doch nicht kommen, hat aber seinen Sohn vorbeigeschickt. Und bei den Fahrrädern ist unser Favorit auf jeden Fall das Modell „Topas“. Es begleitet Diamant schon seit Beginn – ein echtes Modell, das ebenso bekannt wie begehrt und beliebt ist. Ein tolles Aushängeschild für eine Traditionsmarke, die fantastische Fahrräder produziert.

Ludwig Karsch

Diamant-Enthusiast von klein auf

Einer, der von klein auf von Mobilität bewegt wurde und diese Leidenschaft nach wie vor auslebt, ist der Unternehmer Ludwig Karsch. DIAMANT ist für ihn aber nicht nur mit nostalgischen Kindheitserinnerungen verbunden, sondern viel eher etwas, mit dem er sich auch heute in vielerlei Hinsicht wirklich aktiv beschäftigt – und etwas sehr Persönliches.

Mobile Geschichte als Passion

Enthusiast von klein auf
„Von klein auf“ bin ich ganz einfach deshalb ein Enthusiast, weil schon in meiner Kindheit so ein Diamant-Fahrrad etwas war, was jeder gerne haben wollte. Ich bin mit diesen Rädern aufgewachsen und muss sagen, sie waren immer etwas Besonderes. Wohl dem, der eines hatte. Und was das intensivere Beschäftigen mit Diamant betrifft, kann ich sagen, dass das bei mir vor knapp zehn Jahren begonnen hat: Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen, historische Diamant-Räder ganz bewusst zu sammeln. Seitdem ist die Geschichte der Mobilität meine ganz große Passion. Wir haben hier einen eingetragenen Verein, das „Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz“ – bei dem ich Präsident bin und um den ich mich kümmere. Ganz klar, dass die Fahrzeuge von Diamant, ob Fahrräder, „Hühnerschreck“ oder Motorrad, da auch eine sehr wichtige Rolle spielen.

Wichtige Produkte und Favoriten
Zu diesem Thema kann ich gleich zwei Antworten geben: Zum einen ist das wichtigste Produkt für einen Fahrzeughersteller immer das aktuellste, denn es hat die große Aufgabe, den Fortbestand der Marke zu sichern. Die Geschichte von morgen findet ja heute statt. Zum anderen habe ich aber natürlich auch ganz persönliche Favoriten: Meine liebsten Diamanten sind die Rennräder der 1970er Jahre, die mit dem großen Rahmendekor, am besten sogar noch mit einer Campagnolo-Ausstattung. Falls jemand mal  so eines zuviel haben sollte, kann er sich gerne bei mir melden.

ISTVAN KOVACS

VON UNGARN NACH DEUTSCHLAND UND VON STRICK ZU FAHRRAD. 42 JAHRE DIAMANTLER

Hmm, wie lange bin ich schon bei Diamant? Das sind jetzt 42 Jahre. Ich habe bei Diamant am 3. Oktober 1968 angefangen. Im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen Ungarn und der DDR bin ich dann hierher gekommen, mit einem Dreijahresvertrag als Elektrotechniker. Aber dann habe ich hier meine Frau kennen gelernt und bin hier geblieben. Mein schönstes und schwierigstes Jahr mit Diamant-Fahrrädern, das war nach der Wende. 

Ganz gross – unsere Sportler und Sport-Geschichte

Ganz große – unsere Sportler und Sport-Geschichte
Meine Sport-Favoriten? Also, mein absolutes Super-Highlight: Täve Schur. Mit ihm und mit seinen Erfolgen ist Diamant groß geworden. Der ist auch für mich persönlich ein Idol, wie für viele Leute in meiner Generation. Einer der besten DDR-Radrennfahrer aller Zeiten: Bei „seiner“ Friedensfahrt haben Tausende an den Straßen gestanden und gejubelt, eine Bombenstimmung wie in Frankreich bei der Tour de France.

Wenn Sie mich fragen, welches mein Lieblingsmodell ist
Ganz klar derzeit die Räder aus der Elan-Serie! Aber das ändert sich bei mir von Saison zu Saison, je nach dem was wir für ein neues Modell mit speziellen Details auf den Markt bringen. Und wie sieht’s bei mir aktuell im Job aus? Nicht schlecht. Die Liebe zur Qualität von Diamant ist nach wie vor ungebrochen und wir verkaufen nicht schlecht, das sind in meinem Gebiet so an die 10 – 12.000 Fahrräder pro Jahr. Unsere meistverkauften Modelle sind im Trekkingbereich die Elan-Serie. Oder unsere Retro-Räder, die ebenfalls viele Freunde haben, Topas ist da unser Top-As.  

HARTMUT ROGOTZKI

EIN LEBEN MIT DIAMANT – VON DER PIKE AUF DABEI

Ich habe 1964 ganz klein bei Elite-Diamant als Elektriker-Lehrling angefangen, im Bereich Instandhaltung der technischen Ausrüstung. Eigentlich komme ich von der Insel Rügen, aber wir sind hierher gezogen, weil mein Vater einen Job bei der SDAG Wismut im Erzgebirge gefunden hat. Außer den Bergwerken gab es hauptsächlich noch Textilindustrie. Da bot es sich geradezu an, dass die Nevoigts in diesen Bereich eingestiegen sind. 

Werkssport und Sport-Werk

Was bei Diamant toll war, das war die Sportverbindung.
Für mich am interessantesten: Die Bahnräder. Schon deshalb, weil viele Kollegen auch aktiv im Radsport waren. Bei uns in der Abteilung war z.B. einer, der Steherrennen gefahren ist, immer hinter großen Motorrädern her. Eine ganz große Sache hier in Chemnitz, da sind wir sogar als Kinder schon immer hingegangen, weil die Rennen richtig schnell waren. Die Bahnräder sind ja auch bei uns gebaut worden und zum Teil sogar heute noch im Einsatz. Meine persönliche Medaille für besondere Diamant-Verdienste, die ginge nur an einen – an Täve Schur. Denn sein Sport-Werk war ja auch immer unser Gewinn. Der war auch immer wieder mit den Konstrukteuren über Verbesserungen im Gespräch. Was für uns bedauerlich war, das war das Werbeverbot im Amateursport: Aber obwohl nicht mehr „Diamant“ auf den Rahmen stand, wusste eigentlich sowieso jeder, wer die Räder gebaut hat.

Diamant in allen Facetten
Mit Diamant fühle ich mich eigentlich schon immer verbunden, jetzt aber besonders, weil Diamant die letzte deutsche Fahrradmarke ist, die Bestand hat und auch heute noch produziert. Es war schon ein großes Glück für uns, dass es immer wieder jemanden gab, der an Diamant glaubte. So wie Villiger oder Trek, die die Zukunft dieser Marke gesehen haben. Immerhin haben wir seit zehn Jahren zum ersten Mal wieder Azubis im Fahrradbau, das hat auch etwas von Neubeginn und Zukunftsperspektive.Was schön wäre: Ein betriebseigenes Museum, wie es Automobilhersteller haben. Ein Zentrum, um die lange Geschichte zu zeigen, die Verbindung zum Sport und die Wurzeln einer großen Marke. Ganz einfach Diamant in allen Facetten.

GÜNTER ERBER

Ein Radelnder Schatzsucher und Diamantiker

Das Sammeln war schon immer meine Leidenschaft, zunächst einmal das von Motorrädern, Mopeds und Motoren. Irgendwann kam es deshalb zu Interessenkonflikten zwischen meiner Frau und mir, die meiner Frau einen nagelneuen Trockner brachten – und mir die Waschküche. Mein erstes kleines Museum, in Anführungsstrichen natürlich.

Kostbarkeit zwischen Krims und Krams

Auf Diamant bin ich 1982 durch einen Kollegen bei meiner Arbeitsstelle aufmerksam geworden: Im Gerätekeller stand so ein uraltes Fahrrad herum, irgendwo zwischen Krims und Krams.
Na ja, keiner wollte das Ding haben und so durfte ich es mit nach Hause nehmen. Da stand es solange rum, bis mein „Museum“ mal wieder aus allen Nähten platzte und ich aussondern musste. Als ich das Rad schon in Richtung Sperrmüll schieben wollte, dachte ich: Komisch, gar keine Muffen, aber eine seltsame Kette, so was habe ich ja noch nie gesehen. Herr Scherber vom VFV (Veteranen Fahrzeug Verband) hat dann recherchiert, dass das Rad von 1907 sei. Ich war erstmal völlig platt, so wie das olle Rad, das ich schon wegwerfen wollte. Da fing die Leidenschaft an: Vollrestaurierung, über ein Jahr lang. Ich habe das Rad in der Garage gespritzt und Anbauteile von einem Spezialbetrieb vernickeln lassen, das war vor 1930 die gängige Technik statt verchromen. Irgendwann sah das gute Stück wieder aus wie zur Zeit seines Baus. Mein zweiter Sammler-Impuls war ein großes altes Diamant-Emailschild bei einem Händler in Aach bei Trier. Er meinte, das müsse ich einfach haben. Wir haben einen Preis ausgehandelt, den meine Frau erstmal besser nicht erfahren durfte. Sie war dann aber der dritte Grund für meinen Weg zum Diamantiker: Da gab es auf einem Veteranenmarkt ein altes Damenrad mit der Nr. 51, alles komplett, genau das richtige für meine Frau. Für mich natürlich auch – das musste ja auch erstmal restauriert werden ...

Jede Ausfahrt eine kleine Zeitreise
Dann sind da noch die historischen Treffen seit 1987 vom BDR / Festival der Pedale, IVCA – International Veteran Cycle Association – und Verein Historische Fahrräder. Machen meiner Frau und mir immer viel Spaß, jede Ausfahrt wie eine kleine Zeitreise.

Gibt es ein besondres Diamant-Teil, das mir viel bedeutet?
Schon, ich habe eine kleine Ölkanne, die relativ selten ist. Aber eigentlich ist es das Emailschild, weil damit das Sammeln anfing. Das wird aber trotzdem nicht gestreichelt. Unter den Fahrrädern selbst ist mein Lieblingsstück die Nr. 50, von 1923 /24: Komplett, nicht restauriert und nicht verbastelt, mit derweißen Original-Bereifung, bei dem das Profil aus dem Continental-Schriftzug besteht. Und da habe ich neuerdings noch ein Diamant-Rad für 12-Jährige, für die heranwachsenden Enkelkinder. Es wird aber irgendwie schon wieder etwas eng ...

Werner Aidn

ZEIT-FAHREN, HISTORISCH DEFINIERT – WERNER AIDN, EIN DIAMANTENSAMMLER

Angefangen mit dem Sammeln habe ich im Jahr 1985 und das erstmal eher zufällig. Mein Großvater, der besaß früher so ein schweres Motorrad, mit dem er fuhr. Eine feuerrote Maschine mit einem 500 ccm-Motor, die in den 20er Jahren gebaut wurde – und zwar von Diamant. Daran habe ich mich erinnert, als ich später nach einem Rennrad für mich gesucht habe; ich wusste zunächst ja gar nicht, dass Diamant auch Fahrräder baut. 

Schnell und hellgrün durch die Toscana

Wenn ich nach meinem Lieblingsstück gefragt werde, muss ich passen, ich finde ja jedes einzelne gut. Es gibt da kein spezielles, aber immerhin eines, mit dem ich wirklich immer wieder sehr gern fahre: Das ist mein Rennrad Modell Nr. 28 in hellgrüner Originallackierung von 1923, das ich schon sehr lange habe und mit dem ich auch schon öfters auf Veteranenrennen mitgefahren bin. Beispielsweise auf der „L’ Eroica“, eine sehr schöne und anspruchsvolle Toscana-Rundfahrt für historische Rennräder, die seit 1997 jedes Jahr im Oktober stattfindet und durch das Chianti-Gebiet führt.

Interessiert an allem, was bei Rad und Rennen dazugehört
Wieso ich mich so sehr für die Diamant-Historie interessiere? Das hat natürlich direkt mit meinen Rädern zu tun. Als ich mit dem Sammeln von Fahrrädern, besonders von alten, angefangen habe, da habe ich natürlich auch viel recherchiert, also mit den Rädern praktisch auch Informationen gesammelt. Das hat sich rumgesprochen und irgendwann durfte ich sogar ins Diamant-Archiv, um dort zu stöbern und nachzuforschen. So bin ich immer mehr zum Spezialisten für Diamant geworden und da hat sich in 20 Jahren ganz schön etwas angehäuft. Neben den Fahrrädern sammle ich ja auch Prospekte, Aufkleber, Wimpel, Schilder – eben alles, was bei Rad und Rennen dazugehört.Das vielleicht außergewöhnlichste Stück meiner Sammlung ist ein besonderes Rad: Ein altes Fahrrad, bei dem die 4-Gang Schaltung weder über Kette noch über Nabe funktioniert, sondern stattdessen im Tretlager eingebaut ist. Geschaltet wird mit einem langen Hebel wie beim Motorrad. Von diesem Modell wurden gerade mal 41 Stück gebaut. Ob ich einen Wunsch habe? Klar, einen schönen Gruß an Täve Schur!