„Köpfchen spricht“ – Diamantrad Podcast Nr. 5

Lars ist aus seinem USA-im-Wohnzimmer-Urlaub zurück und berichtet über die virtuelle Fahrradmesse VELOWeek. Er bringt uns auch einige Zahlen und Fakten darüber mit, wie Corona uns beeinflusst, auf das Auto und die Bahn zu verzichten und wieder mehr Fahrrad zu fahren. Außerdem erfahren wir von unserem heutigen Gast Julia McCoy alles über die Ernährungsweise „Clean Eating“ und wie das Fahrradfahren ihr gesundes Leben zusätzlich unterstützt.


Shownotes

    • 00:00: Einführung
    • 03:35: Wie die Menschen das Fahrrad wiederentdeckten
    • 07:43: Interview mit Julia McCoy (Clean Eating Bloggerin)
    • 24:10: Fazit
    • Feedback ist gerne gesehen: marketing_diamant@diamantrad.com
Köpfchen spricht - Diamantrad PodcastHinweis von Diamantrad:
Alle Folgen des Diamantrad-Podcasts „Köpfchen spricht“ mit Thomas und Lars findest Du auf unserer Übersichtsseite. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Hören!

Interview mit Julia McCoy

Julia, herzlich willkommen bei uns im Podcast „Köpfchen spricht“, das ist unsere fünfte Folge jetzt. Wir kennen Dich mittlerweile fast ein Jahr und haben uns gedacht, das ist eine ideale Gelegenheit uns auch mal ein bisschen tiefer mit Dir zu beschäftigen. Wir kennen Dich, aber natürlich unsere Zuhörer nicht. Von daher fang ich einfach mal so an: Erzähl uns einfach was über Dich, wo kommst Du her und warum heißt es bei Dir „Julie Feels Good“?

Ich bin Julia, Mitte 30, habe eine kleine Tochter, die Olivia und bin verheiratet. Wir wohnen zurzeit in Ulm. Das ändert sich auch alle paar Jahre, aber im Moment sind wir hier und fühlen uns auch ganz wohl.

Warum ändert sich das alle paar Jahre?

Mein Mann ist im Profisport. Er war früher selbst Basketballspieler in der ersten Liga hier in Deutschland und ist jetzt mittlerweile Trainer.

Für Basketball ist ja Ulm tatsächlich auch eine Hochburg. Das heißt, er ist auch Trainer direkt bei Ulm im Profiverein?

Genau, richtig.

Sehr coole Sache. Okay, warum „Julie Feels Good“?

Ich habe sehr lange nach dem Namen gesucht, als es darum ging den Blog zu starten. Ich habe erst an „Julie Eats Clean“ gedacht, weil es ja um die Ernährungsweise Clean Eating geht. Ich habe dann aber gedacht, da gehört doch mehr dazu. Diesen Lebensstil, den ich liebe und lebe, macht viel mehr aus als nur das Essen. Ich mache auch sehr viel Sport, bewege mich sehr viel und fühle mich durch diese gesunde Ernährung und den Sport einfach gut. Daher kam dann dieser Name.

Was man viel von Dir sieht auf dem Blog, ist das Thema Ernährung, gesunde Ernährung, bewusstere Ernährung. Clean Eating hast Du gerade als Stichwort gegeben. Was ist Clean Eating?

Clean Eating bedeutet, dass man auf jegliche Zusätze in der Ernährung verzichtet, dass man auf raffinierten Zucker verzichtet. Dadurch ergibt sich natürlich, dass man vieles selbst kocht. Es geht dann um frisches Essen. Fertiggerichte fallen komplett weg, weil da natürlich tausend Zusatzstoffe und Zucker drin ist. Ich esse vollwertig, das heißt Vollkornprodukte, viel frisches Obst und Gemüse, gesunde Fette, Eiweiß. Im Prinzip ist Clean Eating ein modernes Wort für vollwertige Kost.

Das heißt, es ist ja auch gar keine Diät, sondern es geht tatsächlich mehr darum, mehr Nährstoffe aus den Lebensmittel rauszuholen?

Man kann mit Clean Eating abnehmen, das passiert wirklich ganz automatisch. Da gibt’s ein paar Grundsätze, neben diesem Punkt Zusatzstoffe und Zucker wegzulassen. Man sagt im Clean Eating auch, man soll zum Beispiel alle zwei bis drei Stunden etwas Kleines essen, anstatt nur drei große Mahlzeiten, damit der Stoffwechsel die ganze Zeit arbeitet und das Feuer sozusagen brennt. Und man soll ein bisschen auf die Größen achten.

Was ist denn dann klein?

Eine kleine Mahlzeit ist ein Snack. Ich lasse auch keine Kohlenhydrate weg, also bei mir gibt es wirklich fünfmal am Tag Kohlenhydrate. Aber alles wie gesagt in Maßen und vollwertig. Und das ist der Unterschied.

Und wenn Du sagst „vollwertige Kohlenhydrate“, das heißt die Quelle der Kohlenhydrate verändert sich dann?

Mehl oder Nudeln sind ganz gute Beispiele. Es gibt ja einmal die Vollkornnudeln, die sind aus dem vollen Korn. Und es gibt die ganz normalen, klassischen hellen Nudeln aus Weißmehl.

Wie schwer ist es eigentlich grundsätzlich, unverarbeitete Lebensmittel zu finden? Vollkornnudeln klar, die finde ich in jedem Supermarkt. Früchte und Gemüse auch. Aber Du brauchst ja auch ein paar Sachen darüber hinaus.

Ja, also ich kaufe wirklich 80 Prozent meines Wocheneinkaufs bei Lidl, und den Rest bei DM oder Müller.

Und das finde ich gerade spannend, weil ich denke, ich müsste in Spezialgeschäften für diese besonderen Lebensweisen einkaufen. Aber wenn Du sagst, so ein ganz normaler Supermarkt reicht, dann wird es wirklich spannend. Das heißt, wenn wir die Sachen bei Lidl finden, dann ist es ja auch gar nicht so, dass es viel teurer ist, sich auf diese Art und Weise zu ernähren?

Ich achte schon darauf, dass ich vieles in Bioqualität kaufe. Dadurch ist es wahrscheinlich ein bisschen teurer. Aber es macht nicht viel aus.

Ich habe mir auch Deinen Blog angesehen und manchmal schreibst Du auch über Grundlagen und welche Zutaten man verwenden kann. Wenn Du eine Zutat rauspicken würdest, aus dem ganzen Potpourri an Sachen, mit denen Du kochst, welche Zutat findest Du richtig unterschätzt?

Für mich geht es gar nicht ohne Haferflocken. Die habe ich natürlich in irgendeiner Art und Weise auch vorher schon gegessen im Müsli. Aber ich habe sie glaube ich nicht so bewusst gegessen. Mittlerweile weiß ich, wie viel Energie Haferflocken einem geben können. Wie viele gute Nährstoffe da drin sind, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, in diesen 40 Cent Haferflocken.

Die essen wir nicht nur zum Frühstück. Ich mache daraus eine gesunde Panade für Fischstäbchen, die ich selber mache. Oder verarbeite sie in diversen Backrezepten statt Mehl. Die sind wirklich sehr vielseitig und super gesund. Man würde es nicht denken.

Ich mache mal gerade einen großen Schritt. Die Frage wollte ich Dir eigentlich am Anfang stellen, aber dann waren wir direkt im Gespräch. Wie hast Du eigentlich damit angefangen?

Da kommen wir wieder auf meinen Mann zurück. Als ich ihn kennengelernt habe, war er noch aktiver Spieler und die essen natürlich gesund und machen, logischerweise, viel Sport. Er hat mich ein bisschen in die Richtung gepusht, was die Ernährung und den Sport angeht. Ich bin dann daran hängen geblieben.

Wie viele Jahre sind es jetzt schon?

Über zehn Jahre.

Was war denn vielleicht doch eine Umstellung, was war eine Herausforderung für Dich?

Das Kochen. Ich habe nie wirklich kochen gelernt und habe andauernd Nudeln mit Sauce gemacht oder die einfachsten Dinge, die auch nicht immer gesund waren. Sich da erstmal reinzufuchsen und auch die Lust zu bekommen, das zu machen, das war der schwerste Part. Aber irgendwann macht es einem Spaß. Man fängt an Sachen auszuprobieren oder zu kreieren.

So ist auch der Blog entstanden, als ich anfing, selbst Rezepte zu kreieren. Und die waren so lecker, dass ich sie teilen wollte.

Das wäre direkt auch eine Frage gewesen, wo Du die Ideen für Deine Rezepte findest.

Ganz viel passiert über Resteverwertung. Ich gucke was ich im Kühlschrank habe und was wir noch aufbrauchen müssen und dabei entsteht meistens etwas wirklich Leckeres. Das teile ich dann auch. Ich lasse mich natürlich viel inspirieren im Internet. Mittlerweile auch viel durch meine Leser. Ich bekomme viele E-Mails mit Fragen, wie zum Beispiel ob ich nicht mal gesunde Nussecken oder Knödel kreieren könnte. Und dann gucke ich mir erst mal an, wie das Originalrezept hergestellt wird und versuche das anzupassen. Das gelingt nicht immer, gerade beim Backen ist es oft schwierig. Aber mit ein bisschen Übung klappt das.

Ich vermute beim Backen ist es auch deshalb schwer, weil gerade dort Zucker auch eine große Rolle spielt für viele Produkte.

Man muss dazu sagen, auch die Alternativen sind Zucker, aber eine gesündere Variante.

Wenn man von Zucker spricht, meint man üblicherweise den kleinen körnigen Zucker aus der Packung.

Genau. Ich benutze viel Honig, Ahornsirup, Kokosblütenzucker und meinen Geheimtipp Dattelsirup. Der ist aus puren Datteln und schmeckt einfach richtig nach Karamell und passt gut zum Backen. Auch zermatschte Bananen oder Apfelmus sind süß, das kann man auch sehr gut beim Backen benutzen.

Okay. Zucker ist das Eine, das Andere auch sehr ungesunde ist frittiertes Essen. Das ist für viele eine große Leidenschaft. Gibt es für das Frittieren auch eine gesunde Alternative?

Man kann vieles, was sonst frittiert wird, auch im Backofen knusprig bekommen. Wir backen zum Beispiel selbst Pommes. Wenn man Pommes vorher in Wasser einweicht und die richtige Menge an Öl, was gar nicht viel Öl ist, dazu verwendet, dann werden die genauso knusprig wie echte Pommes.

Man kann aber auch einen Airfryer benutzen. Den benutzen wir nicht so oft, aber wenn dann Thanksgiving kommt, das ist ja ein amerikanischer Feiertag und den möchte mein Mann auch immer entsprechend feiern und das Essen genießen, dann gibt es einen frittierten Truthahn und den mache ich im Airfryer. Da wird er genauso knusprig und ist nur mit heißer Luft frittiert.

Ich glaube davon habe ich auch schon mal was gehört. Ich erinnere mich, dass das ein sehr faszinierendes Produkt ist. Wie macht ihr das, wenn ihr ins Restaurant geht? Oder wenn ihr euch mit Freunden trefft? Gerade im Restaurant kannst du die Zutaten schwer kontrollieren. Manchmal hast du Listen mit Zusatzstoffen, aber du weißt nicht, was an Grundzutaten verwendet wird.

Bei mir ist es so, dass ich nach der 80:20 Regel lebe. Das heißt 80 Prozent der Woche esse ich clean, und in den restlichen 20 Prozent gönne ich mir, was ich möchte. Wir gehen meistens am Wochenende essen, das heißt ich esse in der Woche gesund und wenn wir essen gehen oder uns mit Freunden treffen, dann esse ich das, was ich mag. Dann achte ich nicht darauf.

Wenn man zu 100 Prozent clean isst, würde ich es bewundern. Aber ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, um ein glückliches und soziales Leben zu führen. Ich habe früher auch meine extremeren Phasen gehabt, wo ich auf Geburtstagen war und nichts gegessen habe, weil alles ungesund war. Ich kann es heute nicht mehr verstehen. Ich glaube wenn man eine gute Balance hat und am nächsten Tag einfach gesund weiter isst, ist das alles überhaupt kein Problem.

Das finde ich sehr sympathisch und nahbar. So können sich viele Menschen vorstellen, dass man es umsetzen kann, wenn man eben versteht, dass es nicht dogmatisch an jedem Tag 100 Prozent umgesetzt sein muss, sondern wenn man eben tatsächlich auch andere Möglichkeiten hat.

Wenn ich jetzt an mich selbst denke, für mich spielt Eis eine große Rolle. Da habe ich aber drei Jahre in Italien gewohnt und da kriegt man einen ganz anderen Zugang zu Gelato. Wenn ich also meine Freundin in Italien besuche und wir unterwegs sind, dann werde ich mir das immer erlauben. Aber mit dem 80:20 Ansatz kann man viel erreichen.

Genau.

„Viel erreichen“ ist aber auch ein gutes Stichwort. Das kann man ja auch mit dem Rad. Ich frage jetzt einfach mal, wie bist du denn zu Diamant gekommen?

Ich fange mal so an: Ich bin mit Fahrradfahren aufgewachsen, das gehörte immer dazu. Ich komme aus dem ganz flachen Norden und als wir vor fünf Jahren nach Süddeutschland gezogen sind, waren hier für mich als Nordkind Berge. Die Süddeutschländer lachen über mich. Es sind ja nicht direkt die Alpen, sondern die schwäbische Alp. Aber für mich war das sehr hügelig. Ich habe dann gesagt, ich nehme mein Fahrrad nicht mit und lasse es in Norddeutschland.

Ich bin dann ein paar Jahre kein Fahrrad gefahren. Ich war trotzdem sportlich, aber eben ohne Fahrrad. Dann kam unsere Tochter zur Welt und als sie zwei war, fing sie mit dem Laufrad an aber hatte irgendwie überhaupt keinen Zugang zu Fahrrädern allgemein, weil sie es ja auch gar nicht kannte. Sie hat es nie gesehen oder saß hintendrauf. Das war schlimm für mich.

Wir entschieden uns dann, dass wir Fahrräder brauchten und das für unsere Tochter machen. Wir wollten ihr vorleben, wie es ist. Wir leben ja sonst einen gesunden Lebensstil, aber fahren mit dem Auto zum Einkaufen um die Ecke. Das ist auch nicht ganz richtig. Ich habe daraufhin im Internet geguckt, was es gibt. Ich bin dann auf eure Fahrräder gekommen und die sehen einfach so chic aus. Ich bin sowieso ein Designliebhaber und eure Fahrräder sehen aus wie der Mercedes unter den Fahrrädern.

Danke!

Dann habe ich gedacht: „Wir brauchen Diamantfahrräder!“

Das Kompliment nehmen wir gerne entgegen. Wir haben ja auch bereits eine Podcastfolge mit unserem Chefdesigner gehabt, der wird sich sicherlich darüber freuen. Jetzt fahrt ihr ja schon eine Weile damit, wie hat es denn tatsächlich euren Alltag verändert?

Mittlerweile ist es für uns einfach Alltag geworden. Wir nutzen sie sehr viel, mittlerweile machen wir einmal die Woche eine Fahrradtour. Die gehen nicht den ganzen Tag, weil wir ja die Kleine noch mitnehmen. Sie hat keine Lust darauf, sechs bis sieben Stunden mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ich nutze es zum Einkaufen, um in den Kindergarten zu fahren… Es ist mittlerweile ein Alltagsgegenstand geworden.

Erinnerst du dich an ein besonderes Erlebnis mit dem Rad, das für dich ein Umkehrmoment gewesen ist, ab dem du nicht mehr auf das Fahrrad verzichten wolltest?

Das war das erste Mal, als ich mit dem Rad zum Einkaufen gefahren bin. Ich dachte, „Was habe ich eigentlich die letzten Jahre gemacht?“. Ich bin für einen Kilometer, um eben Milch zu kaufen, mit dem Auto losgefahren. Allein die Vorstellung ist mittlerweile schlimm für mich. Das war glaube ich der Moment. Es ist einfach und angenehm.

Viele Familien organisieren ihren Einkauf so, dass sie einmal die Woche so richtig groß ins Geschäft gehen. Das ist mit dem Fahrrad, wie ihr es habt, dem Trekking-Rad Elan, etwas schwer, diesen kompletten Großeinkauf durchzuführen. Hatte das einen Einfluss auf euer Kaufverhalten?

Ja. Ich bin fahrlässiger geworden, oder nachlässiger, mit dem Wocheneinkauf. Ich kaufe mittlerweile viel hinterher oder wir fahren in der Mitte der Woche nochmal für frisches Obst los. Das geht gut. Oder wenn man mal eben zum Bäcker fährt. Aber den Wocheneinkauf kriege ich mit dem Fahrrad nicht hin.

Für uns ist es natürlich unglaublich toll zu hören, dass das Fahrrad einen so großen Einfluss hat auf dein Leben uns es auch so verändert. Das ist im Grunde genau die Botschaft, die wir in dieser Zeit auch setzen wollen. Von daher herzlichen Dank, dass du Teil unserer Diamant-Familie bist, bitte bleibe es noch ein Weilchen.

Gerne!

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13. Mai 2020
Diamant Redaktion
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