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Die ganze Geschichte

Die Diamant-Story von Anfang an

1857

Am 23. Januar 1857 wird Friedrich Nevoigt in Kackrow in der Niederlausitz geboren, zwei Jahre später am 6. April 1859 sein Bruder Wilhelm. Die beiden Brüder wachsen in eher bescheidenen Verhältnissen auf, entwickeln aber gute handwerkliche Fähigkeiten.

1882

Am 1. Januar gründen Friedrich und Wilhelm ihren ersten gemeinsamen Betrieb unter dem Namen „Gebrüder Nevoigt, Reichenbrand / Chemnitz“. In ihrer Fabrik produzieren die Brüder Wirkmaschinenplatinen für Strumpffabriken. Die Nachfrage ist groß, das Unternehmen floriert.

1887

Das junge Unternehmen wächst, aber der nötige Platz für die Produktion fehlt. Deshalb entschließen sich die Brüder Nevoigt zum Bau eines neuen Fabrikgebäudes, das sie sogar im gleichen Jahr noch beziehen können.

1895

Für das Jahr 1895 steht ein besonderes Ereignis an: Das erste Fahrrad, das den Namenszug „Diamant“ trägt, rollt vom Band.

1898

Die Brüder verbessern ständig ihr neues Produkt, das Fahrrad. Zum Beispiel beim Kettenantrieb, der als Blockkette sehr störanfällig war. Die Nevoigts rüsten stattdessen ihre Fahrräder mit einer selbst entwickelten Doppelrollenkette aus. Mit diesem neuartigen Antriebselement des Fahrrades setzen sie einen Weltstandard: Sie bildet das Prinzip der Fahrradkette von heute.

1906

Die Konkurrenz wird immer härter und Friedrich und Wilhelm benötigen Geldmittel, um auch in Zukunft auf dem Markt zu bleiben und rentabel arbeiten zu können. Sie besorgen sich das nötige Kapital über den Weg einer Vergesellschaftung ihres Betriebes. Aus dem Betrieb der Brüder wird nun am 12. März 1906 die „Gebrüder Nevoigt AG, Reichenbrand-Chemnitz“.

1911

Als Schutzzeichen für die Diamant Fahrräder wird am 1. Februar 1911 der inzwischen legendäre „Diamant Kopf über einem Fahrradlenker“ ins Warenzeichenregister eingetragen.

1920

Der Kaufmann Max Lange führt in der Geschäftsführung die Hausfarbe Orange-Blau für die Marke Diamant ein – eine kräftige Farbkombination, die bei Rennveranstaltungen weithin leuchtet.

1920

Unter Max Lange, oder „Papa“ Lange, wie ihn die Radsportfans nennen, finden immer mehr Berufsradrennfahrer ihren Weg in den Diamant Rennstall: zum Beispiel die Brüder Adolf und Richard Huschke und Fahrertalent Paul Koch.

1921

Im Lauf des Jahres 1921 werden 20 der 29 großen Rennen auf Diamant gewonnen und der Diamant-Fahrer Adolf Huschke wird zum neuen Deutschen Meister.

1923

Die Inflation in Deutschland erreicht ungeahnte Höhen: hatte ein Herrenrad im Jahre 1914 noch 145 Mark gekostet, so waren es 1922 bereits 1.400 Mark und im Juli 1923 2.500.000 Mark. Bei Diamant wird mit dem Druck von Diamant-Betriebsnotgeld begonnen, das auch als öffentliches Zahlungsmittel gültig ist.

1924

1924 erscheint das Straßenrennrad-Modell 48, „Die edle Perle“, das viele bemerkenswerte Neuerungen aufweist, die aus den Erfahrungen der aktiven Rennfahrer basieren. Außerdem überraschen die Diamant-Werke die Öffentlichkeit mit der Neukonstruktion eines Damenrades, dem Modell 56, das den wohlklingenden Namen „Die Schöne aus Sachsen“ erhält.

1927

Die wirtschaftlichen Bedingungen werden immer schwieriger: Nach dem konjunkturellen Aufschwung durch den guten Fahrradverkauf im Sommer folgt für die Diamant-Werke im Herbst 1927 wieder eine starke wirtschaftliche Depression. Im Oktober müssen die Direktoren die Insolvenz des Werkes verkünden.

1928

Bis Ende Februar 1928 gelingt es der Adam Opel AG, mehr als die Hälfte des gesamten Aktienkapitals der Elite-Diamant-AG in ihren Besitz zu bringen und wendet damit den Konkurs ab. Allerdings ist Opel durch seine Aktienmehrheit nun befähigt die Geschäfte zu übernehmen.

1934

Speziell für Lieferanten entwickelt Diamant das berühmte Lieferrad mit großem verstellbarem Gepäckgitter über dem Vorderrad.

1934

Die nächste Weg weisende Innovation: Der DIAMANT-Gesundheitslenker. Mittels spezieller Biegetechnik ist es erstmals möglich, die Griff-Enden des Lenkers im Winkel zur Fahrtrichtung zu positionieren und so besonders komfortabel, wie auf einem so genannten „Holland-Rad“, zu fahren.

1935

Diamant ist wieder im Geschäft und die Stärke der Belegschaft inzwischen auf 529 Mitarbeiter angestiegen. 1935 bringen die Diamant-Werke die Modelle Nr. 68 und Nr. 69 auf den Markt.

1936

Pünktlich zu den Olympischen Spielen in Berlin erscheint das neue Rennradmodell für die Straße, Nr. 67, das unter anderem einen außerordentlich leichten Rahmen besitzt. Mit diesem Aufsehen erregenden Sondermodell kann das Fahrerpaar Ernst Ihbe (Leipzig) / Carly Lorenz (Chemnitz) olympisches Gold erringen und außerdem die Deutsche Meisterschaft und die Weltmeisterschaft in Zürich gewinnen.

1939

Mit Kriegsbeginn muss Diamant sich wie viele andere neu ausrichten und verstärkt ihre Rüstungsproduktion, die Stückzahlen der gefertigten Fahrräder und Flachstrickmaschinen dagegen nehmen von Jahr zu Jahr immer mehr ab.

1942

Da die Fahrradproduktion in Kriegszeiten gegenüber der Rüstungsteilproduktion nachrangig behandelt wird, müssen bei Material und Verarbeitung gespart werden. Selbst das legendäre Markenzeichen der Diamant-Fahrräder, das Steuerkopfschild, fällt den Einsparungen zum Opfer.

1944

Am 27. Juli 1944 hat der langjähriger Leiter der Fahrradabteilung Max Lange sein Dienstjubiläum. Er ist seit vierzig Jahren bei Diamant beschäftigt und hat sich mit vollem Einsatz für das Unternehmen verdient gemacht. Er ist nicht nur weithin bekannt, sondern auch überall gerne gesehen.

1945

Ab Juni 1945 gehört die Stadt Siegmar-Schönau zur sowjetischen Besatzungszone, die die „Gemeinsame Erklärung der Siegermächte“ vom 05.06.1945 auch im Betrieb Elite-Diamant umsetzen: Das Erfassen aller Grundmittel, der Materialbestände und der Fertigprodukte. 

1946

Am 6. Juni 1946 erlässt die SMAD den Befehl Nr. 167, der die Anweisung enthält, dass 202 der 876 zur Demontage bestimmten Betriebe im Land verbleiben sollen. Das bedeutet die Rettung für das Werk Elite-Diamant, das ab Dezember von der sowjetischen Aktiengesellschaft „Awtowelo“ übernommen und damit Eigentum der Sowjetunion wird.

1950

Der Boden der alten Galvanik droht durch jahrelange Säureeinwirkung einzustürzen. Am 8. März erfolgt deshalb der erste Spatenstich für den Neubau des Galvanik-Schleifereigebäudes, das im Dezember 1950 bezogen werden kann.

1951

Elite-Diamant besitzt inzwischen 1.588 Belegschaftsangehörige und zu Jahresbeginn setzt Betriebsdirektor Kurt Schneeweiß das große Ziel: 200.000 Fahrräder.

1952

Aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung in der DDR übergibt der Ministerrat einen großen Teil der SAG-Betriebe an die DDR. So auch Diamant, das damit VEB (Volkseigener Betrieb) wird.

1953

Als volkseigener Betrieb der DDR stellte das Diamant Werk 295.000 Exemplare her.

1955

Bei der VIII. Internationalen Friedensfahrt holt sich Gustav Adolf „Täve“ Schur den Gesamtsieg. Der zweitbeste Einzelfahrer der DDR Mannschaft ist Detlef Zabel, der Vater von Erik Zabel, der den neunten Platz erreicht. Die DDR-Mannschaft belegt in der Gesamtwertung Platz 2.

1956

1956 rollte das 3-millionste Rad vom Band, in den Folgejahren pendelt sich die Zweirad Produktion auf 150.000 bis 180.000 Fahrräder jährlich ein.

1958

1958 stehen für die inzwischen 1.850 Arbeiter und Angestellten bei VEB Elite-Diamant Fahrradwerke 270.000 Fahrräder (darunter 10.000 Sportfahrräder) und 1.764 Flachstrickmaschinen auf dem Plan, was einem Gesamtproduktionswert von beinahe 47 Millionen Mark entspricht.

1968

Das Diamant Rad soll auf das Abstellgleis: Der stellvertretende Minister für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen entscheidet unter anderem, dass die Fahrradproduktion bei Elite-Diamant im Oktober 1973 eingestellt wird. Schon in diesem Jahr muss die gesamte Sportfahrradproduktion an die Mifa-Werke nach Sangerhausen abgegeben werden.

1969

Nur ein Jahr später sieht es schon wieder anders aus: Die Stückzahl von 330.000 Fahrrädern liegt vollkommen daneben, der Bedarf wird mit über 510.000 Stück berechnet. Die Mifa-Werke können aufgrund von veralteten Produktionsstätten und fehlenden Arbeitskräften derartige Stückzahlen alleine nicht erreichen, weshalb die Einstellung der Fahrradproduktion bei Diamant wieder vom Tisch ist

1978

Die Betriebsleitung beschließt aufgrund der verbesserten Lage am Weltmarkt die Wiederaufnahme des Exportgeschäftes. In den meisten Ländern werden die Fahrräder als „Deutsches Markenrad“, „Original Diamant“ oder „Elite-Diamant“ verkauft. Nur in der BRD können die Räder nicht unter ihrem eigenen Markennamen verkauft werden, weshalb der Name „Diadem“ verwendet wird.

1990

Nach dem Fall der Mauer erlässt die Regierung am 1. 3. 1990 die Verordnung zur Umwandlung der Volkseigenen Betriebe in Kapitalgesellschaften. Am 28. Juni wird der VEB Elite-Diamant zu den „Elite-Diamant – GmbH Flachstrickmaschinen- und Fahrradwerken Chemnitz“.

1992

Die „Erzeugnislinie Fahrrad“ wird privatisiert und unter der Firmierung „Diamant Fahrradwerke GmbH“ neu gegründet, um weiter Fahrradgeschichte zu schreiben.

1996

Das „Handy Bike“, ein Faltrad aus Edelstahl kommt auf den Markt. Es ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und soll deshalb auch Wassersportler und Bootsbesitzer ansprechen.

1998

Im Jahr 1998 verlässt das 10-millionste Diamant Rad den neu gegründeten Firmensitz in Hartmannsdorf.

2002

Im Jahr 2002 wird Diamant nach 13-jähriger Leitung durch die Villiger Gruppe von der „Trek Bicycle Corporation“ übernommen, danach geht es erneut einen guten Schritt voran.

2010

Diamant heute – das steht für ein hochmodernes Unternehmen mit einer Tageproduktion von ca. 650 Fahrrädern, mit hohen Qualitätsstandards und mit innovativen Lösungen wie den Pedelecs und der Ride+ Technologie. State of the art. Heart of the street. 125 Jahre Diamant – eine Erfolgsgeschichte mit vielen Etappen. Und noch lange kein Ende in Sicht.

2012

100 Jahre Topas. Ein zweiter runder Geburtstag findet bereits zwei Jahre später statt: Das Erfolgsmodell Topas, das auf dem Original von 1912 basiert, besteht 2012 seit 100 Jahren. Klar, dass „der“ Klassiker von Diamant mit einer eigenen Edition eine besondere Ehrung erfährt.

2014

Grüezi Diamant! 2014 als zukunftsweisender Start zu einem neuen Streckenziel: Diamant erweitert seinen Einflussbereich und produziert in Zukunft nicht nur für den deutschen und österreichischen Markt, sondern auch für die Eidgenossen.