Corona und Radfahren: Warum wir wegen Covid-19 jetzt alle radeln

Das Fahrrad ist in Zeiten von Corona das Verkehrsmittel der Wahl. Schwing Dich auf den Sattel und fahr allein. So steckst Du Dich nicht an, aber auch nicht andere. Das hilft, die Infektionskurve in der Bevölkerung möglichst zu flach halten. „flatten the curve“, auch wenn wir „flatten the tire“ (platten Reifen) vielleicht nicht 100% ausschließen können.

Das Risiko ist kleiner, aber Radeln stärkt auch das Immunsystem. Darüber hinaus wird der Urlaub mit dem Rad plötzlich zu einer wichtigen Alternative. Reisen ins Ausland sind im Sommer 2020 schwierig und Events und Aktivitäten finden ja nicht statt – das Rad aber braucht nur Dich. Im Diamantrad-Blog informieren wir Dich, wie Covid-19 das Radfahren verändert.

„Social Distancing“ im Straßenverkehr

„Social Distancing“ ist aktuell in aller Munde. Im Straßenverkehr kannst Du dieses Gebot bestmöglich mit dem Auto, zu Fuß oder eben auf dem Fahrrad einhalten. Der PKW schadet dem Klima und zu Fuß dauern die Wege länger – da liegt es nahe, mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkauf zu fahren. Auf diese Weise schützt Du Dich gleich doppelt vor Infektionen. Und die Ausgangsbeschränkungen beziehen sich nicht aufs Radeln.

Das Coronavirus wird hauptsächlich auf kurze Distanz Durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Diese Tröpfchen stoßen Infizierte aus, wenn sie niesen oder husten, aber auch beim Sprechen. In öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich der notwendige Abstand zu seinen Mitmenschen meist nicht einhalten. Zudem besteht in Bussen sowie Bahnen ständig die Gefahr, mit kontaminierten Haltegriffen, Türen oder Fahrkartenautomaten in Kontakt zu kommen.

Indem Du den ÖPNV meidest und stattdessen Fahrrad fährst, hilfst Du, die Infektionsrate bzw. die Ausbreitung gering zu halten. Radfahrer halten in der Regel automatisch Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, so dass eine Übertragung von Sars-CoV-2 unwahrscheinlich ist. Tendenziell fallen die Tröpfchen aufgrund ihres Gewichts direkt nach dem Ausscheiden zu Boden.

Zwei Radfahrerinnen auf Diamant-Fahrrädern - Corona und Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Coronavirus und Fahrradfahren – das Infektionsrisiko ist im ÖPNV größer – Diamantrad-Blog

 

Allerdings ist es möglich, dass sie in sogenannten Aerosolen in der Luft schweben. Ob eine Übertragung auf diese Weise erfolgen kann, hängt unter anderem von der Höhe der Viruslast in den Aerosolen ab. Diese ist bei Infizierten ohne Symptome deutlich geringer – und mit Symptomen bleiben wir ja mittlerweile zuhause. Laut dem Robert-Koch-Institut gibt es aktuell keine Beweise dafür, dass sich Menschen auf diese Weise mit Corona angesteckt haben.

Das Risiko einer Ansteckung Durchs Radfahren – egal, ob aktiv oder passiv – wird dementsprechend als äußerst gering eingestuft. Wer besonders vorsichtig sein möchte, fährt nicht direkt hintereinander, sondern leicht seitlich versetzt oder nebeneinander.

Nichtsdestotrotz gilt:

  • Meide Hauptverkehrszeiten und überlaufene Straßen, Radwege oder Parks, um den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten.
  • Berühre keine Ampelknöpfe oder Ähnliches, allenfalls mit dem Ellenbogen.
  • Lässt sich dies nicht vermeiden, wasche Deine Hände im Anschluss so schnell wie möglich (und gründlich!).

Mit Radfahren gegen Corona vorbeugen

Binsenweisheit: Radfahren hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Radeln stärkt auf schonende Weise insbesondere auch die Lungen und beugt deshalb Lungenkrankheiten wie Covid-19 vor. Wer sich dennoch ansteckt, erlebt meist einen milden Verlauf. Tatsächlich entsteht dieser Nutzen insbesondere bei moderater Intensität. Sehr intensive und sehr lange Fahrten beanspruchen dagegen das Immunsystem für ein paar Stunden. Deshalb kannst Du auch ein E-Bike nutzen, um von diesen Vorteilen zu profitieren.

Menschen mit Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen wie einem hohen Blutdruck gehören unabhängig vom Alter zur Risikogruppe von Covid-19. Schon gemütliches, regelmäßiges Radeln senkt den Blutdruck und kann damit einem schweren Verlauf entgegenwirken. Moderates Radfahren für etwa eine Stunde kann das Blutzuckerlevel von Diabetes-Patienten in den nächsten 24 Stunden halbieren. Die richtige Ernährung (etwa 20g Kohlenhydrate pro Einheit Insulin) ist hier aber wichtig, um weder Unterzuckerung noch Überzuckerung zu erleiden.

Patienten, die an der chronischen Lungenerkrankung COPD leiden, sind besonders von einer möglichen Infektion gefährdet. Vor allem für diese Gruppe bietet sich das Fahrrad an, um die Lunge zu stärken. Vielen Vorerkrankten sind andere Ausdauersportarten wie Joggen aufgrund der Last des eigenen Körpergewichts zu anstrengend. Beim Radeln übernimmt das Fahrrad diese Aufgabe. Auf diese Weise fällt die Belastung für den Körper und vor allem für die Lunge weitaus geringer aus.

Zwei ältere Menschen auf Diamant Fahrrädern - Coronavirus und Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Mit Radfahren gegen Corona vorbeugen – Diamantrad-Blog

 

Ältere Menschen zählen grundsätzlich zur Coronavirus-Risikogruppe. Eine Studie ergab, dass regelmäßig radelnde Probanden im Alter von 55 bis 79 Jahren ähnlich viele naive T-Lymphozyten wie Jugendliche hatten. Dies lässt auf eine noch sehr aktive Thymusdrüse schließen: Somit kann Fahrradfahren zu einer Verlangsamung des Alterungsprozesses verhelfen.

Das Radfahren hat also viele gesundheitliche Vorteile, die sich allgemein auch in einer geringeren Sterblichkeit bzw. einer höheren Lebenserwartung niederschlagen. Wir können natürlich noch nicht wissenschaftlich bestätigen, ob die Todesrate für Menschen mit Vorerkrankungen auch bei COVID-19 signifikant geringer ausfällt. Die vorgestellten Indizien sprechen zumindest dafür.

Auch unabhängig von Vorerkrankungen hat Radfahren einen positiven Effekt auf die Gesundheit, da es moderat die Lungenmuskulatur trainiert. Zudem sorgt das rhythmische Radeln dafür, dass Du intensiver atmest. Das reinigt die Lunge. Dies schützt wiederum vor Viren.

Gesteigertes Unfallrisiko Durch mehr Radfahrer in Corona-Zeiten?

Einige Länder haben das Radfahren verboten, damit Krankenhäuser nicht unnötig Patienten mit Unfallverletzungen behandeln müssen. In anderen Ländern haben sich Mediziner entschieden dagegen gewehrt und auf die pandemischen Vorteile von Radfahren verwiesen.

Stand heute (Mitte April 2020) gibt es wenige Zahlen, wie sich die Unfallstatistiken durch den Lockdown verändert haben. Natürlich sind weniger Autos unterwegs; die Zahl der Verkehrsunfälle hat daher abgenommen. Dokumentiert zugenommen haben die Unfallzahlen von Radfahrer z.B. in New York, aber auch in Teilen von Deutschland. In den Nachrichten liest man von Verdopplungen. Hierbei musst Du berücksichtigen: die Zahlen sind allgemein niedrig und es gibt mehr Radfahrer in der Stadt. In New York gab es in der dritte Märzwoche genau 80 Fahrradunfälle mit Personenschaden. Die Unfallquote jedenfalls hat sich nach unserem Wissensstand nicht erhöht.

Weltweit, aber auch in Deutschland passieren die meisten Unfälle nach wie vor in den eigenen vier Wänden (und eventuell im Garten) ereignen. Verkehrsunfälle sind demgegenüber nur ein kleiner Anteil. Die meisten Fahrradunfälle, die zu Krankenhausbehandlungen führen, beinhalten einen Vorfall mit einem Auto. Die Mehrzahl der Todesfälle trug keinen Helm.

Frau auf Diamantrad - Coronavirus und Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Gesteigertes Unfallrisiko für Radfahrer in Coronavirus-Zeiten? – Diamantrad-Blog

 

Gleichzeitig gibt es Initiativen, die den Radverkehr temporär besonders fördern. Berlin und andere Städte haben Pop-Up-Radwege angelegt, die international als Vorbild betrachtet worden sind. Kommunalpolitiker diskutieren auch, manche provisorische Lösungen über die Pandemie hinaus fortzuführen. Außerdem trat Ende April auch die StVO-Novelle in Kraft, die zahlreiche Verbesserungen mit sich bringt. Dazu gehört, dass Radfahrer nun grundsätzlich nebeneinander fahren dürfen. Sie dürfen dabei nur andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Gerade diese Regel hilft, das Infektionsrisiko gering zu halten.

Sicher gilt trotzdem: wer fährt, sollte vorsichtig fahren. Dies ist nicht die Zeit für Rekorde, sondern für sichere Mobilität. Ein Helm ist nicht nur ein wichtiges Symbol (siehe dazu auch unseren Fahrradhelm-Ratgeber). Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, unter Alkoholeinfluss ein Fahrrad zu bewegen. Und wir empfehlen allen und gerade auch denen, die wieder mit dem Rad anfangen: prüft regelmäßig, ob euer Fahrrad verkehrstauglich ist.

Sicher Einkaufen im Fahrradgeschäft

Diamant produziert. In der dritten Folge unseres Diamantrad-Podcasts haben wir geschildert, wie wir im Werk unsere Mitarbeiter schützen. Werkstätten waren seit Beginn des Lockdowns in Österreich, der Schweiz und Deutschland geöffnet, aber der Verkauf war nur sehr eingeschränkt erlaubt. Mit den Lockdown-Lockerungen ändert sich das. Natürlich passen auch Fahrradgeschäfte ihre Prozesse nun so an, dass Mitarbeiter und Kunden sicher sind.

Um die Zahl der Kunden im Geschäft gering zu halten, bieten viele Händler nun Beratungs- und Abholtermine an. Oft werden Räder, die Kunden zur Reparatur bringen, vor der Reparatur infiziert. So sollte das auch sein. Auch Telefon- und Videoberatungen gehören jetzt zum geschäftlichen Alltag – in vielen Fällen findet dann beim Termin auch schon eine gezieltere Beratung statt.

In der Schweiz gilt mit Stand April keine Maskenpflicht; in Österreich und allen deutschen Bundesländern dagegen schon. Handschuhe geben vielen Kunden zwar ein Sicherheitsgefühl. Richtig ist es stattdessen, dass Händler die Griffe, Lenker und Sättel regelmäßig desinfizieren. (Natürlich geht es hier nicht um Viren am Gesäß. Tatsächlich fassen aber viele Kunden in der Beratung und bei der Probefahrt das Rad am Sattel an.) Auch die persönliche Distanz im Beratungsgespräch ist wichtig – trotz Maskenpflicht. In der Schweiz dürfen Händler nur dann wieder öffnen, wenn ein spezifisches Schutzkonzept vorliegt. In der Praxis ist das in Deutschland und Österreich nicht anders.

Probefahrten sind nach wie vor möglich und wichtig. Leider sind nahezu alle deutschen Fahrradmessen inzwischen abgesagt worden. Einzelne Messen suchen nach einem Termin im Herbst 2020. Das führt zu mehr Verkehr bei Filialisten mit großer Auswahl. Wir empfehlen, Probefahrten nicht zum oberflächlichen Vergleich zu nutzen. Gezielte und gründliche Probefahrten mit ein oder zwei Wunschrädern helfen bei der Entscheidung besser. Hierbei geht es um: Passen Geometrie, Ergonomie und Lenkverhalten zu meinen Bedürfnissen? Kann ich das Rad in komplexen Situationen bedienen? Und, natürlich: macht es Spaß?

Fazit: #escapethevirus mit dem Rad

Wähle das Fahrrad als Verkehrsmittel, um Dich nicht anzustecken und um nicht andere ungewollt anzustecken. Stärke gleichzeitig Dein Immunsystem. Das hilft wiederum, dass Du Dich selbst nicht mit dem Virus infizierst.

Wir bewerten diese Situation als eine Chance für nachhaltige Mobilität. Wir wollen, dass alle an dieser Mobilität teilhaben können. Deswegen bauen wir nach wie vor nicht nur E-Bikes, sondern auch Räder ohne Motor. Wir bieten auch bewusst Räder in unterschiedlichen Preisklassen an. Technisch einfache Räder wie das Diamant Topas, das Diamant Ubari oder das Diamant Achat eignen sich besonders für die, die nun das Rad wiederentdecken. Das Diamant Ubari+ und das Diamant Achat+ sind optimale E-Bikes für ruhige, sicherheitsorientierte Fahrer. Du suchst einfach ein Fahrrad, mit dem Du intuitiv vertraut bist und dass Dich nicht überfordert – weder mit Features noch mit Geschwindigkeit oder Agilität. Mit der gleichen Liebe zum Detail wie noch unser teuerstes Rad.

Radfahrerin mit Diamant-Fahrrad - Coronavirus und Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Coronavirus als Chance für nachhaltige Mobilität – Diamantrad-Blog

 

Weiterführende Informationen zum Thema Fahrradfahren und COVID-19

5. Mai 2020
Diamant Redaktion
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