Diamant-Sammler im Portrait: Anika Schäfer und Patrick Meißner

Anika Schäfer und Patrick Meißner sind ein sympathisches Diamantiker-Paar aus Lübbenau im Spreewald. Im Gegensatz zu anderen Enthusiasten wird die Passion für Diamant von beiden gleichermaßen geteilt. Wir haben die beiden Fahrradsammler getroffen und zu ihrer Leidenschaft befragt.

Interview mit Anika Schäfer und Patrick Meißner

Frau Schäfer, Herr Meißner – warum eigentlich Diamant?

Patrick und Anika zusammen: Liegt doch auf der Hand: Weil wir gebürtige Ostdeutsche sind. In unserer Kindheit gab es Diamant und Mifa – aber da waren die Räder von Diamant einfach schöner.

Das erste Stück der Sammlung war vor 12 Jahren der „Hühnerschreck“ – ein Fahrrad mit Motor. Wie kam es denn in einer Zeit der japanischen Plastikroller zu dieser Entscheidung?

Patrick: Hm, habe ich mit einem Kumpel entdeckt: ein authentisches Original mit 28er Rahmen. Da musste natürlich noch einiges dran gemacht werden. Wegen der motorisierten Zweiräder kann ich nur sagen: hatte ich. Zum Beispiel eine Simson S51, die vielleicht ein bisschen  zu „gut“ lief…und irgendwann dann nicht mehr. Oder eine 64er Schwalbe.

Na ja, mein „Hühnerschreck“ ist so eine Art Bekenntnis an die Motor-Fahrrad-Geschichte.

Wie viel Kubikzentimeter hat das Ding denn so?

Patrick: 49,7 ccm – das gute Stück fährt so um die 45 – 50 km/h. Die sollte man aber eher nicht ausfahren, schon wegen der Fahrradbremsanlage mit Rücktritt.

Altes motorisiertes Fahrrad - Diamantrad Blog
Der „Hühnerschreck“ – Diamantrad-Blog

Alte Diamanträder liebevoll aufbereitet

Soweit also zum „Hühnerschreck“. Als Sie beide ein Paar wurden, kam noch ein Damenrad, Modell 106 von 1950 dazu – wahrscheinlich, weil man Hühner gemeinsam besser erschrecken kann. Was gab denn dann den Ausschlag zu Ihrer Sammlung?

Anika: Patrick hat sich beim 106 um die Lackierung gekümmert. Wir haben mittels Rahmennummer in Fahrradwiki und nach Prospekten im Netz geforscht, es gab aber keine Nahaufnahmen.

Als wir uns dann für eine Kombination von Blau und Ocker mit alter Linierung entschieden hatten, haben wir unser schönes Stück stolz im Internet gepostet. Und dann ging es los: Die „Spezialisten“ haben sich gemeldet, von wegen nicht authentische Lackierung und so. Interessant, wie so etwas einschlägt. So fing das bei uns an.

Patrick, Sie erwecken die Rohdiamanten zu neuem Leben und geben ihnen als Maler und Lackierer den letzten Schliff. Hier die Experten-Frage: Wie gut ist so ein Diamant Oldtimer denn so im Lack?

Patrick: Immer so gut, wie er gelagert wurde. Da gibt es ganz tolle, aber genauso auch viele „Ratten“, an denen der Zahn der Zeit übelst genagt hat. Nichtsdestotrotz: Gute Substanz mit Handwerkskunst übersteht vieles. Wenn ich restauriere, fange ich erst einmal mit einer Probegabel an und schaue dann weiter. Für ein Rad, das ich nach Feierabend mache, brauche ich gut ein Jahr – habe also noch reichlich zu tun (Anika lacht).

Anika: Patricks Vater ist übrigens auch Malermeister und sagt, Patrick wäre viel zu penibel…

Anika, die Spreewaldgurke kennt inzwischen ja jeder. Wie sieht es mit Ihrem Instagram-Profil spreewald_diamant aus – und warum machen Sie das?

Anika: Also, zum einen bin ich selbst eine gebürtige Spreewaldgurke, das verbindet schon mal. Zum anderen wollte ich bei spreewald_diamant einfach unsere Bikes und unsere Landschaft zusammenbringen, die schöne Umgebung, die Fließe und interessante Plätze. So wie den alten Bahnhof mit Wasserturm auf den Bildern, der jetzt ein Kulturzentrum ist.

Den hat Stefan Otto, der Fotograf, übrigens klasse eingefangen, er wirkt spannend und zeitlos schön. In Zukunft kann ich mir vorstellen: Oldtimertreffen, Antikmärkte (ähnlich wie im Rahmen des Eroica-Radrennens in der Toskana) oder große Radtouren zu alten Schlössern … Hier im Spreewald gibt es so viel, was sich zu entdecken lohnt.

Alte Diamantrad-Plakette
Ihr Motto ist „Altes bewahren, konservieren, neu zum Leben erwecken und dann auch noch fahren“. – Diamantrad-Blog

Vintage-Fahrräder zum Anfassen und radeln

Ihre Jungs Robin und Theo sehen ja nach eigenen Worten in ihren Sammlerstücken „ganz viele Geschwister“. Dürfen die beiden denn auf diesen Geschwistern radeln oder steht vielleicht sogar etwas „Kleines“ in Sachen Diamant ins Haus?

Anika: Wir haben schon ein paar 26er „Ratten“ in Vorbereitung. Wenn es soweit ist, dann dürfen die natürlich, ist doch klar!
Patrick: Wir haben übrigens nach 24er Rädern bei Diamant geschaut. Leider gab es da nichts…

Noch eine Frage: Wenn sich Ihr Traum erfüllen würde – je ein unverbasteltes Herren-  und Damenrad aus den 1910er Jahren (das wären die Modelle 1, 2, 3, 5 und 6 sowie 8D und 9D, falls jemand so etwas übrig hat, bitte bei den beiden melden) – würden Sie sich als Fahrradsammler noch weiter beschäftigen? Und wenn, womit?

Anika: Klar würden wir! Solange wir Raum haben oder finden – wie unsere Bastlergaragen. Robin hat auch schon mal im Spaß gefragt, ob wir „Geschwister“ in seinem Zimmer einquartieren würden. Da muss er aber keine Angst haben.

Patrick: Was ich mir außer Diamant vorstellen könnte, das wäre auf jeden Fall ein VW-Bus T1. Hat Platz und ist klasse, aber leider inzwischen teuer. Oder ein unverbastelter GTI, Baujahr 80, das ist mein Geburtsjahr.

Letzte Frage zu Diamant: Wie groß ist Ihr Schatz denn inzwischen?

Anika: Mit denen, die noch in Arbeit sind: 18.
Patrick: Und 2, die noch abgeholt werden.

Vielen Dank für dieses Interview!

Weiterführende Informationen zu den Diamant Fahrradsammlern Anika und Patrick

10. Oktober 2017
Diamant Redaktion
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