„Köpfchen spricht“ – Diamantrad Podcast Nr. 3

Diese Episode unseres Fahrrad-Podcasts „Köpfchen spricht“ enthält ein kleines Kunstwerk. Wir wollten euch erzählen, wie das Diamant Zouma+ zu seinem Namen kam. Das haben wir in ein kleines Hörspiel verpackt. Außerdem erzählt uns Konrad nun wirklich, wie unsere Kollektionsräder so entstehen. Und was das 136 wird?


Shownotes

    • 00:00: Einführung
    • 03:25: Interview Konrad Hilliges (Assistant Product Manager bei Diamantrad) zur Produktentwicklung
    • 14:45: „Zooming into Zouma„: Namensgebungsprozess der Fahrräder als Hörspiel
    • 22:30: Fazit
    • Feedback ist gerne gesehen: marketing_diamant@diamantrad.com
Köpfchen spricht - Diamantrad PodcastHinweis von Diamantrad:
Alle Folgen des Diamantrad-Podcasts „Köpfchen spricht“ mit Thomas und Lars findest Du auf unserer Übersichtsseite. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Hören!

Interview mit Konrad Hilliges (Assistant Product Manager)

Ein wichtiger Mensch, mit dem wir zusammen arbeiten, ist Konrad Villiges. Konrad arbeitet für uns in Hartmannsdorf und in den Niederlanden.
Konrad, wie bist Du zu Diamant gekommen?

Ursprünglich habe ich mal bei einem Liegerad-Hersteller Zweiradmechaniker gelernt. Zuerst habe ich in Hartmannsdorf in der Produktion und in der Arbeitsorganisation gearbeitet. Nebenher habe ich an der TU Chemnitz studiert und bin jetzt seit drei Jahren Assistant Product Manager für die Marke Diamant.

Was machst Du dann genau als Assistant Product Manager, was kann ich mir unter der Aufgabe vorstellen?

Wir kreieren zusammen mit einem Team aus Industrie- und Grafikdesignern und Ingenieuren sozusagen einzelne Modelle, woraus wir dann die gesamte Produktpalette zusammenstellen. Dazu begeben wir uns auf Marktrecherche, wir besuchen Händler, interviewen Endkunden, aber schauen uns auch an, wie Leute tagtäglich ihr Fahrrad nutzen oder was sie damit in der Stadt transportieren oder welche Touren sie damit unternehmen.

Bezüglich den Kollektionsrädern: Warum gibt es die Kollektionsräder?

Wir haben angefangen, zu unserem 125. Firmenjubiläum zwei spezielle Modelle aufzulegen, seinerzeit das Topas 125 und das Pacer 125. Die Diamant Kollektionsräder waren schon etwas Besonderes. Wir haben dann gemerkt, dass spezielle Modelle, die es nur für einen begrenzten Zeitraum gibt, doch sehr gefragt waren. Da haben wir uns entschieden, weiterhin solche Modelle anzubieten.

Warum waren die beiden Modelle sehr speziell?

Das Topas ist ein Rad, was wir ja schon seit Jahrzehnten anbieten. Wir haben das natürlich immer der Zeit angepasst. Beim Modell 125 haben wir dann „aus den Vollen gegriffen“, das Ganze sehr hochwertig gestaltet, wir haben angefangen, Ledersättel zu verbauen, eine spezielle Tasche dazu zu entwickeln, und auch spezielle Grafiken und Farben an den Rädern auszuprobieren.

Jetzt sind wir ja in 2020 und mittlerweile in der Kollektion 135 angekommen. Das sind, wenn ich grob rechne, zehn Kollektionsräder, die wir bisher auf die Beine gestellt haben – 2011 gab es ja keins.

Richtig.

Welches Modell ist besonders in Erinnerung geblieben?

Also zum einen ist das 132 eine schöne Ausführung, weil mir die Farbe sehr gefiel. Die Details waren auch sehr stimmig mit dem Supernova-Frontscheinwerfer, den wir verwendet haben, mit dem Brooks-Sattel im passenden Rotton, und auch die Schutzbleche, die in Rahmenfarbe lackiert waren, das hat mir sehr gefallen.

Das 132 sah aus wie so eine Art Rennrad mit Schutzblechen, oder?

Genau. Es war im Grunde ein Tourenrad, was komplett ausgestattet war mit Lichtanlage und Schutzblechen. Es hatte aber trotzdem eine recht sportive Sitzhaltung durch den Rennlenker, den wir da verbaut haben. Was auch eines meiner Lieblingsräder ist, ist tatsächlich das Pacer 125. Das gefiel mir auch besonders mit der sehr interessanten Farbgebung mit dem Braunton, der im Licht etwas seine Farbe ändert.

Lars, wir sollten glaube ich an der Stelle auch mal erwähnen, dass man sich alle Räder bei uns auf der Webseite anschauen kann, was denkst Du?

(Lars) Ja, bei uns auf der Webseite findet man alle Räder; unter Geschichte kann man sich alle Räder in Ruhe anschauen.

Konrad, was muss passieren, damit ein Kollektionsrad ins normale Programm kommt?

Kollektionsräder sind ja meist schon etwas Spezielles und extravagant. Wir merken aber doch sehr schnell, ob so ein Rad bei unseren Händlern und Kunden gut ankommt. Wir entscheiden uns dann meistens je nachdem, was für ein Feedback wir bekommen und wie viele Räder wir natürlich auch letzten Endes verkaufen, ob wir das dann als normales Modell fortführen oder nicht. Manchmal sind es auch einfach nur Ideen, die wir an einem Kollektionsrad ausprobieren, die wir dann auf das normale Sortiment übernehmen. (lacht)

Ich finde ja manche der Kollektionsräder haben auch sehr auffällige Teile – nicht nur die Taschen, die Du erwähnt hast. Zum Beispiel das 135 hat ja diesen sehr ungewöhnlich gebogenen Lenker und das 133 auch. Es gab ja auch eins, das hatte noch so einen Lenker, wo die Enden nach vorne gezeigt haben, wie bei einem Stier. Wie kommt man auf solche Ideen?

Das ist eigentlich ganz einfach: Man fährt einfach mal verschiedene Lenkerformen und probiert damit etwas herum. Wenn man findet, dass die Lenkerform, die man verbaut, zur restlichen Fahrposition passt,  die man gerne mit diesem Fahrrad erreichen will, dann entscheidet man sich für den Lenker.

Gerade was Du angesprochen kannst – dass wir in der Vergangenheit auch so genannte Bullhorn-Lenker verbaut haben – so etwas bietet sich natürlich an wenn man sagt: Ich möchte ein besonders schnelles Rad für die Stadt haben, wo ich sehr aufrecht sitze und einen guten Blick nach vorne haben möchte. Dann ist so ein Lenker eine ganz passable Wahl. Aber auch wenn ich mir die anderen verbauten Lenkerformen anschaue in den letzten zwei Jahren, dadurch habe ich natürlich eine entspanntere Sitzhaltung als mit einem geraden Lenker oder einem Rennlenker. Trotzdem kann ich noch das Rad sportiv bewegen.

Du hast gesagt, dass die Räder immer nur für ein Jahr im Umlauf sind. Wie viele Stück werden denn im Jahr produziert?

Das kommt darauf an. Es bewegt sich meist im dreistelligen Bereich, je nachdem, wie viel Nachfrage vonseiten unserer Fahrerinnen und Fahrer kommt.

Was auch auffällt, wenn man sich die Kollektionsräder anschaut: Naja, da ist sehr viel Stahl. Sind die Kollektionsräder immer Stahlräder?

Nein, die sind nicht immer aus Stahl. Wir hatten auch schon Modelle mit Alurahmen. Das entscheiden wir immer von Fall zu Fall, welchen Rahmen wir als Grundlage für das Kollektionsmodell nutzen. Je nachdem auch, welcher Einsatzzweck vorgesehen ist oder was wir auch ausprobieren wollen. Das möchte ich vielleicht auch noch mal sagen: Das Kollektionsrad ist auch was für uns, wo wir als Entwicklungsteam spielen können, wo wir etwas Neues ausprobieren können, Sachen austesten können, was wir bei unseren normalen Rädern vielleicht nicht unbedingt machen.

Das ist auch noch mal ganz schön für uns, weil uns macht es Spaß, an solchen Rädern zu arbeiten und das ist etwas, was sonst nicht viele Fahrradhersteller machen, die eine jährliche Kollektion von ihren Modellen haben.

Du hast jetzt das Team angesprochen – wie viele Leute stecken denn hinter einem Kollektionsrad?

Also ich habe ja vorhin schon erzählt, dass wir als Produktmanager eng zusammenarbeiten mit Industrie- und Grafikdesignern und Ingenieuren. Natürlich haben auch verschiedene andere Leute Einfluss darauf, wie so etwas aussieht. Beispielsweise auch Feedback, das wir vom Markt erhalten oder Ideen, die vom Marketing kommen. Das ist natürlich so, dass circa vier bis fünf Leute an so einem Modell ihre Ideen dazu geben. Daraus entsteht das jeweilige Rad.

Wenn ich jetzt sagen würde: „Wir brauchen unbedingt ein Bonanza-Rad.“ Geht sowas auch oder was sind die Grenzen kreativer Freiheit?

Also Bonanza-Räder sind ja schon mal was recht Witziges, möchte ich mal sagen. (lacht)

Finde ich auch!

Die Sache ist die, dass es schon irgendwo zu unserer Marke passen muss. Trotz alledem hat man natürlich recht viele Variationsmöglichkeiten. Wir reagieren natürlich mit dem Kollektionsrad manchmal auf Trends, die aufkommen, was wir nutzen können, ohne unauthentisch zu wirken.

Aber eine Frage ist dann doch noch: Was kommt als nächstes?

Das Modell 136. Und auch da haben wir mal wieder was Neues ausprobiert. Das wird ein sehr interessantes Rad, ganz besonders auch von der Farbgebung her. Ich denke, unsere Grafik-Designer haben sich da etwas Schönes einfallen lassen. Im Sommer werden wir sehen, was es als 136 in unsere Kollektion geschafft hat.

Jetzt sind wir alle sehr, sehr neugierig. Am liebsten würde ich es selbst schon sehen – aber ich habs ja schon gesehen. Auch wir müssen das leider noch ein wenig zurückhalten, freuen uns aber umso mehr, das Rad im Sommer zu präsentieren.

Konrad, danke Dir für das kurze Gespräch! Wir wünschen Dir alles Gute und bis bald.

Weiterführende Links zu den angesprochenen Themen

7. April 2020
Diamant Redaktion
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