Diamant-Sammler im Portrait: Torsten Fischer

Torsten Fischer weiß, wovon er spricht. Und worauf er durch die Gegend zischt. Der 42-jährige kaufmännische Angestellte aus Freiberg hat sich erst einen Jugendtraum erfüllt, dann noch einen und dann noch einen…

Heute ist er Besitzer von über 20 seltenen Diamanten und präsentiert sie auf seiner Website diamantrennradkult.de. Im Gespräch mit Diamant erzählt Torsten Fischer von besonderen Modellen aus seiner Fahrradsammlung und welche Erfahrungen er mit ihnen gemacht hat. Aber lesen Sie selbst!

Interview mit Fahrradsammler Torsten Fischer

Hallo Herr Fischer, schön, dass Sie sich für uns Zeit nehmen. Was sicherlich jeden unserer Leserinnen und Leser interessiert: Womit beginnt denn so ein Weg als Diamantiker – es gibt doch auch andere Hersteller? 
Andere Hersteller? Mag schon sein – aber nein: Ich sammle nur Räder von Diamant. Eigentlich hat das alles schon in meiner Jugend mit einem Sportrad begonnen, das ich damals von meinen Eltern zum Geburtstag bekam und nach Herzenslust „pimpte“. Das Rad erweiterte ich um einen Tacho und eine Favorit-Schaltung und ich tauschte den Sattel gegen einen Rennsattel.

Gibt’s das noch in dieser Form?
Leider nein. Mir wurden damals die Teile auf dem Schulhof geklaut. Das mit dem Rennsattel war besonders blöd: Ich musste den ganzen Weg im Stehen nach Hause radeln.

Nicht schön so etwas, aber zum Glück ja auch schon einen Moment her. Wann begann denn Ihre neue Passion?
Das fing so vor fünf Jahren an, als ich mir meinen „Jugendtraum“ mit einem Diamant Rennrad aus den 80er Jahren verwirklicht habe. Ein tolles Stück! Doch bei dem einen sollte es nicht lange bleiben.

Altes Diamant-Fahrrad von 1961

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Fischers Fahrradsammlung: Bestand reicht bis 1924 zurück

Auf Ihrer Homepage kann man ja eine ganze Menge Modelle sehen – vom Modell 67 aus dem Jahr 1938 bis zum 35-707 von 1988. Wie viele sind es denn insgesamt – ganz oder auch in Teilen?
Na ja, mittlerweile haben sich schon über 20 Räder angesammelt. Mein ältestes Modell ist momentan ein 47er von 1924 – eines, das damals mit Holzfelgen ausgestattet wurde. Von dem wurden übrigens nur etwa 5.000 Stück gebaut.

Holzfelgen am Diamant-Modell 47 - Diamant-Blog
Lenker von Diamant-Modell 47
Ledersattel von Diamant-Modell 47 - Diamant-Blog

Was fehlt noch, was ist das Lieblingsobjekt oder was sorgt für Adrenalinschübe schon beim Dran-Denken?
Also, ein paar Highlights habe ich da schon. Wie das Modell 67 oder die Räder aus der Vorkriegszeit der 20er und 30er Jahre. Aber wenn ich ehrlich bin, ist jedes Rad auf seine Art schön und erzählt seine ganz eigene Geschichte, weswegen ich eigentlich gar kein Lieblingsrad habe.

Was mich aber tatsächlich immer wieder fasziniert, das sind die Farben und Dekore der 70er Jahre. Ein paar Kratzer, ein abgenutzter Sattel und Patina stören dabei nicht, ich lege eher Wert darauf, dass der Originallack erhalten bleibt.

Herr Fischer, können Sie uns ein aufregendes, verrücktes, fantastisches oder sonstwie besonderes Erlebnis mit einem Ihrer Bikes nennen?
Für mich ein besonderes Ereignis, das ist die Diamant Radtour am Reformationstag. Die knapp 85 km lange Strecke führt von Dresden über meine Heimatstadt Freiberg nach Chemnitz. Die Tour macht viel Spaß und endet jedes Mal mit einem geselligen Beisammensein. Außerdem nehme ich gern mit meinen Rädern an den Diamant Treffen teil. Dort kommt man mit anderen Interessierten ins Gespräch und kann sich austauschen. Das ist fast wie ein Familientreffen!

Diamantiker sein als Ausgleich zum Büro-Alltag

Wie bewerten Sie das Gewicht zwischen Ihrem Diamantiker-Dasein und dem Beruf, anderen Hobbys, den Freunden oder der Partnerschaft?
Was vor fünf Jahren als kleine Liebhaberei begann, hat sich mittlerweile zu einem meiner liebsten Hobbys entwickelt. Als Fahrradsammler und Diamantiker habe ich den idealen Ausgleich zur Arbeit im Büro und meiner sitzenden Tätigkeit dar. Dabei ist es egal, ob ich suche und sammle, an den Rädern baue oder damit fahre: Es macht mir einfach Spaß, mich damit zu beschäftigen.

Diamant-Typenschild von Modell 47 - Diamant-Blog
Alte Diamant-Fahrräder sind in Torsten Fischers Augen nicht nur wertvoll, sondern auch eine schöne Ablenkung vom Alltag. Diamant-Blog

 

Ihre Website diamantrennradkult.de (mit rasantem Diamant Köpfchen) bietet ja neben den Rennrädern einiges für Enthusiasten, wie Entlackungs-Tipps oder Baujahr-Identifizierer. Können wir uns auf Weiteres freuen?
Na klar. Da gibt es noch ein paar interessante Modelle, die auf jeden Fall dazukommen sollten, obwohl ich hier noch nicht allzu viel verraten möchte. Ich stelle die Stahlrenner bildlich vor und kommentiere sie, um auch andere für dieses Hobby zu begeistern. Also am besten immer mal wieder auf meine Seite gehen und schauen, was sich so tut.

Apropos Rennräder: Wie hat sich denn das 26-Zoll-Herrenrad in Ihre Sammlung verirrt? Das rennt doch gar nicht so sehr.
Auch das 26 Zoll hat eine Chance verdient, man muss nur schnell genug in die Pedale treten. Klar, ich habe meinen Schwerpunkt hauptsächlich auf Rennräder gelegt, aber eben nicht ausschließlich.

In meiner Sammlung gibt es noch einige andere Modelle, die unbedingt zeigenswert sind, obwohl sie nicht unter die Rubrik Rennrad fallen. Da wartet zum Beispiel ein zu DDR-Zeiten umgebautes Damenrad darauf, vorgestellt zu werden…

Herr Fischer, wir sind gespannt und bedanken uns für dieses Interview!

Weiterführende Informationen zu Torsten Fischer

6. September 2018
Diamant Redaktion
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