Richtig schalten und treten beim Fahrrad

Wer auf einem Fahrrad sitzt, der muss treten und (mit einigen Ausnahmen) schalten, um von der Stelle zu kommen. Damit das effizient funktioniert, gibt es einige Tipps und Tricks.

Im Diamantrad-Blog erklären wir, wie Du auf Deinem Fahrrad richtig pedalierst und schaltest – mit Ketten- und Nabenschaltung.

Richtig schalten beim Fahrrad

Die Gänge an Deinem Fahrrad erlauben Dir, in unterschiedlichen Situationen – bergauf, bei Gegenwind, mit hohen Geschwindigkeiten auf flachen Strecken – effizient in die Pedale zu treten. Wähle den Gang, der sich für eine bestimmte Situation am besten anfühlt; einen Gang, der dich mit einer konstanten Trittfrequenz pedalieren lässt.

An den meisten Fahrrädern gibt es zwei Schaltsysteme, einmal mit Umwerfer und Schaltwerk (extern) und einmal als Nabenschaltung (intern). Wende die für Dein Schaltsystem korrekte Technik an. Unterschiedliche Schalthebel und Umwerfer/Schaltwerke funktionieren auch unterschiedlich. Mache dich mit Deinem Schaltsystem vertraut.

Schalten mit Umwerfer/Schaltwerk

Ein Umwerfer bzw. Schaltwerk bewegt die Kette von einem Gang zum nächsten. Die Gänge wechselst Du mithilfe eines Schalthebels, der die Bewegung des Umwerfers bzw. Schaltwerks steuert. An den meisten Fahrrädern befindet sich der Schalthebel für den Umwerfer links und der für das Schaltwerk rechts.

Ein Gangwechsel funktioniert nur, wenn sich Pedale und Kette vorwärts bewegen. Verringere beim Schalten die Kraft auf die Pedale. Die verringerte Kettenspannung unterstützt einen schnellen und sauberen Gangwechsel, was den Verschleiß von Kette, Umwerfer, Schaltwerk, Kettenblatt und Kassette mindert.

Verwende immer nur einen Schalthebel zur gleichen Zeit. Schalte nicht, wenn Du über Unebenheiten fährst, um ein Abspringen oder Verklemmen der Kette oder ein Überspringen von Gängen zu verhindern. Wenn sich die Kette verklemmt oder herunterfällt, könntest Du die Kontrolle über das Fahrrad verlieren und stürzen.

Fahre außerdem nicht mit einer diagonalen Kettenlinie. Eine diagonale Kettenlinie bedeutet, dass die Kette vorn auf dem größten Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel läuft (oder vorn auf dem kleinsten Kettenblatt und hinten auf dem kleinsten Ritzel). In dieser Stellung verläuft die Kette in einer extremen Schrägstellung, was eine ineffiziente Funktionsweise und einen schnelleren Teileverschleiß nach sich zieht.

Der Gangwechsel bei modernen Schaltsystemen geschieht normalerweise in dem Moment, in dem der Schalthebel betätigt wird. Bei Fahrrädern mit STI-Schaltsystem von Shimano und drei Kettenblättern empfiehlt es sich, den Schalthebel nach dem Schaltvorgang kurzzeitig zu halten und erst dann loszulassen. Diese Vorgehensweise ist vor allem dann wichtig, wenn Du vom kleinsten auf das mittlere Kettenblatt hochschaltest.

Achtung: Durch eine inkorrekte Schalttechnik an einer Schaltung mit Umwerfer und Schaltwerk kann die Kette abspringen oder sich verklemmen, was zum Kontrollverlust über Dein Fahrrad und zum Sturz führen kann.

Schalten mit einer Nabenschaltung

Beim Schalten mit einer Nebenschaltung musst Du im Leerlauf fahren (d. h. nicht in die Pedale treten). Zu viel Zug auf der Kette verhindert die ordnungsgemäße Funktion der Schaltvorrichtung und kann diese beschädigen.

Bei den meisten Nabenschaltungen kann man die Gänge wechseln, wenn das Fahrrad stillsteht, beispielsweise an der Ampel, um für ein leichteres Anfahren einen niedrigeren Gang einzulegen. Wichtig ist hier, vorausschauend zu fahren, beispielsweise beim Fahren am Berg, um genügend Schwung zu haben. Bei E-Bikes empfiehlt es sich, etwas länger mit dem Treten zu warten.

Zwei Radfahrer im Stadtverkehr - Diamantrad-Blog
Vorausschauendes Fahren ist auch für das Schalten nicht unerheblich – Diamantrad-Blog

Pedalieren – so trittst Du beim Fahrrad richtig

Wenn Deine Füße mit den Pedalen verbunden sind, kann diese Verbindung für mehr Effizienz beim Treten sorgen; es wird eine größere Kraft auf die Pedale ausgeübt und Du hast mehr Kontrolle über das Fahrrad. Deshalb solltest Du nicht nur kräftig nach unten drücken, sondern mit dem anderen Fuß das Pedal auf der anderen Seite nach oben ziehen.

Vor der ersten Fahrt solltest Du dich mit Deinem Pedalsystem vertraut machen und das gleichmäßige Pedalieren üben. Man unterscheidet zwischen drei grundlegenden Pedaloptionen: Plattformpedal, Hakenpedal und Klickpedal.

Hakenpedale und Klickpedale fixieren den Fuß auf dem Pedal. Beim Hakenpedal hält ein hakenförmiger Bügel und ein Riemen Dein Fuß an der Vorderseite in Position. Das übt mehr Kraft über die gesamte Pedalumdrehung (herunterdrücken und hochziehen) auf das Pedal aus und ermöglicht eine höhere Antriebseffizienz. Achte darauf, dass Deine Schuhe mit Deinem Pedalsystem kompatibel sind. Wende dich bei Kompatibilitätsfragen an Deinen Bike-Shop.

Das Einklicken in ein Klickpedal erfordert einen speziellen Fahrradschuh, der über einen Cleat eine lösbare Verbindung mit dem Pedal eingeht. Wie Du damit umgehst?

  • Zum Einrasten: Richte den Cleat an der Schuhsohle mit dem Einrastmechanismus auf dem Pedal aus und drücke den Fuß nach unten.
  • Zum Lösen der Verbindung: Drehe Deine Ferse vom Fahrrad weg, bis sich der Schuh vom Pedal löst.

Plattformpedale sind flache Pedale ohne Halterungen oder Befestigungsmöglichkeiten für Deinen Fuß. Sie erfordern keine speziellen Schuhe, und Deine Füße können sich frei bewegen.

Sicherheit geht vor: Umgang mit Hacken- und Klickpedalen üben

Wichtig bei der Verwendung von Haken- oder Klickpedalen: Du musst in der Lage sein, die Verbindung zum Pedal schnell und mühelos zu lösen. Übe daher vor der ersten Fahrt das Einführen und Herausziehen des Fußes (beim Hakenpedal) bzw. das Einrasten und Lösen der Verbindung (beim Klickpedal). Stelle Dein Fahrrad in einem Rollentrainer oder an einer Wand ab, um die korrekte Verwendung Deiner Pedale zu üben. Stelle sicher, dass der Auslösemechanismus stets einwandfrei funktioniert. Justiere ihn vor der Fahrt gegebenenfalls.

Achtung: Die falsche Technik, eine inkompatible Ausrüstung oder ein nicht ordnungsgemäß funktionierendes Pedalsystem können dazu führen, dass sich die Verbindung nicht löst oder dass sich Dein Fuß ungewollt vom Pedal löst. Das kann zum Kontrollverlust über Dein Fahrrad und zum Sturz führen.

Halte die Pedale und Deine Schuhe sauber und frei von Verschmutzungen, die das Pedalsystem beeinträchtigen könnten. Stelle außerdem sicher, dass die Entriegelung stets ordnungsgemäß funktioniert, und nimm ggf. notwendige Einstellungen vor.

Diamant Juna Kette und Kettenschutz - Diamantrad-BlogTipp von Diamantrad:
In unserem Blog findest Du auch Informationen, wie Du Dein Bike möglichst gut behandelst und einstellst. Eine Anleitung zur Einstellung der Fahrradschaltung haben wir beispielsweise schon für Dich bereitgestellt. Viel Spaß beim Lesen und gute Fahrt!

Überschneidungen der Pedalhaken vermeiden

Einige moderne Hochleistungsfahrräder, insbesondere in kleineren Größen, haben einen kürzeren Radstand, und ihr Vorderrad liegt näher an den Pedalen. Bei Lenkbewegungen bei niedrigen Geschwindigkeiten kann es vorkommen, dass Deine Fußspitzen oder der Pedalhaken das Vorderrad oder das Schutzblech berühren. Tritt in diesen Situationen daher nicht in die Pedale. Bei normalen Geschwindigkeiten wird der Lenker nicht so weit eingeschlagen, dass es zu einer Berührung kommt.

Die Fußfreiheit ist abhängig von Deiner Fußgröße, der Länge der Kurbelarme, der Größe der Reifen und den ausgewählten Pedalen. Wenn Du die genannten Komponenten auswechselst, kann sich die Fußfreiheit ändern.

Fazit

Wichtig ist vor allen Dingen ein geübter Umgang mit Deinem Fahrrad. Weitere Tipps dazu findest Du übrigens auch in unserem Beitrag „Fahrrad fahrbereit machen“. Ein weiterer Tipp von uns: Leg‘ das Fahrrad nicht auf die Gangschaltung, weil dadurch der hintere Umwerfer verbogen oder die Schaltgruppe verschmutzt werden könnte.

Wir wünschen Dir viel Spaß und ein allzeit sicheres Fahren!

Weiterführende Informationen zum richtigen Schalten und Treten bei Fahrrädern

22. November 2019
Diamant Redaktion
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