Der Weltfahrradtag am 3. Juni

Den 03. Juni feiert man seit 2018 jährlich als Weltfahrradtag (im Englischen World Bicycle Day). Denn ein Fahrrad ist nicht nur irgendein Transportmittel, sondern kann eine wichtige Rolle beim Umweltschutz und der Gesundheit von Menschen spielen und ist damit gleichzeitig ein politisches Statement.

Im Diamantrad-Blog gehen wir auf die Hintergründe ein und erklären, wieso die Vereinten Nationen den Feiertag offiziell in ihre Agenda aufgenommen haben.

Die Hintergründe des World Bicycle Day

Der Weltfahrradtag entstand aus einem “europäischen” Feiertag (dem europäischen Tag des Fahrrads), der bereits 1998 ins Leben gerufen wurde. Auch damals war das Datum dafür der dritte Juni und ebenso wie beim Weltfahrradtag lag dem ganzen folgendes Ziel zugrunde: Man wollte auf aktuelle Verkehrsprobleme hinweisen und das Fahrrad als attraktive Alternative zu PKW & Co. hervorheben.

Konkrete Bestrebungen, diesem eher kuriosen Feiertag ein größeres Gewicht zu verleihen, gab es seit 2015. Dahinter stand zunächst vor allem der US-amerikanische Soziologieprofessor Leszek Sibilski vom Montgomery College im US-Bundesstaat Maryland gemeinsam mit seinen Studenten. Ein Jahr später nahmen sowohl die World Cycling Alliance (WCA) und der European Cyclists’ Federation (ECF) diese Forderungen mit auf.

Sibilski wand sich mit Petitionen an diverse Nichtregierungsorganisationen, hatte damit aber kein Erfolg. Schließlich kontaktierte er die UN-Abordnung aus Turkmenistan, die das Thema nochmals bei den Vereinten Nationen zur Sprache brachte. Damit waren sie erfolgreich: Am 12. April 2018 verabschiedete die UN-Vollversammlung die Resolution, den 3. Juni als World Bicycle Day festzulegen. Seitdem ist der 3. Juni ganz offiziell der Weltfahrradtag (World Bicycle Day).

Ziele, die die UN mit dem Weltfahrradtag verfolgt

Die Vereinten Nationen nennen konkret vier Ziele, die hinter dem World Bicycle Day stehen bzw. die damit erreicht werden sollen:

  • Mitgliedsstaaten sollen dem Fahrrad in ihren Strategien und Entwicklungen einen hohen Stellenwert geben.
  • Gleichzeitig sollen die Mitgliedsstaaten durch Richtlinien und Maßnahmen eine nachhaltige Mobilitäts- und Infrastruktur schaffen um die Straßensicherheit (auch für Fußgänger) zu erhöhen.
  • Interessenvertreter sollen dazu ermutigt und angeregt werden, das Fahrrad zu nutzen – nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch als Zeichen und Symbol für bessere Gesundheit und für mehr Toleranz.
  • Mitgliedsstaaten sollen “Best Practices” übernehmen, um die Popularität des Fahrrads quer durch alle Gesellschaftsschichten zu fördern, und in dem Zuge Initiativen und Events auf nationaler und lokaler Ebene willkommen zu heißen und zu unterstützen.

Gleichzeitig kann das Fahrrad aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene helfen: Denn die Vereinten Nationen haben sich 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gesetzt, die bis 2030 weltweit erreicht werden sollen. Bei elf dieser Zielen kann das Fahrrad eine Rolle spielen.

Der World Bicycle Day ist dabei nicht das einzige Mittel der UN, um auf die Verkehrssicherheit von Radfahrern und Spaziergängern hinzuweisen: Das schon 2008 ins Leben gerufene “Share the Road”-Programm (s. Liste weiterführender Links unten) setzt sich ebenfalls dafür ein.

Gleichzeitig soll der Tag auch das Fahrrad für seine verschiedenen Rollen zelebrieren und feiern:

  • als simples, kostengünstiges, sauberes und grünes Transportmittel
  • als Werkzeug für Entwicklung – nicht nur für den Transport, sondern auch als Zugangsmittel für Bildung, Gesundheit und Sport
  • als Synergie von Fahrrad und Radfahrer und die damit einhergehende Förderung von Kreativität, sozialem Engagement und des Bewusstseins für die lokale Umgebung bzw. Natur
  • als Symbol für ein nachhaltigen Lebensstil und einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen

Wie feiert man den Weltfahrradtag?

In vielen Ländern gibt es am 3. Juni Aktionen und Events, um das Bike in den (politischen) Vordergrund zu rücken. Meistens werden diese von den lokalen Radverbänden organisiert, so auch in Deutschland. Beispielsweise gab es 2018, im Jahr des ersten Weltfahrradtags, eine Aktion vom ADFC Berlin: Er lud zur weltweit größten Sternfahrt (zum großen Tiergarten) ein. Diese Fahrt gibt es bereits seit 1977 und dient seit damals als (Fahrrad-)Demonstration. Bei der ersten Ausgabe dieser Fahrt ging es vor allem um die Verabschiedung (und Umsetzung) des Mobilitätsgesetzes.

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Viele städtische Autofahrten sind sehr kurz; das Fahrrad kann eine Alternative sein – Diamantrad-Blog

Das Fahrrad als Treiber für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung

Die Vereinten Nationen sind längst nicht die einzige Organisation, für die das Fahrrad zu großen Teilen Antwort auf viele aktuelle Fragen ist. So sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine sichere Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer als einen Weg an, um die gesundheitliche Chancengleichheit zu erreichen. Denn arme bzw. einkommensschwache Bevölkerungsschichten können sich oft nicht alle Transportmittel leisten. Das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren sind nicht nur kostengünstige und umweltfreundliche Alternativen zum Auto, sondern gleichzeitig auch gesund. Und angesichts der über drei Millionen Menschen, die jedes Jahr durch mangelnde Bewegung weltweit sterben, ist die Förderung der Bewegung ein zentrales Thema für die WHO.

Der Blick auf die Fahrradpolitik in Europa

Die Integration des Fahrrads in die Mobilitäts- und Transportpolitik ist auf europäischer Ebene (noch) sehr unterschiedlich ausgeprägt. Um diese Entwicklungen zumindest ansatzweise vergleichbar zu machen, kann der Copenhagenize Index dienen, der alle zwei Jahre die 20 fahrradfreundlichsten Städte weltweit anhand einer Vielzahl an Faktoren bewertet und auflistet. Im Sommer diesen Jahres wird es eine neue Version der Erhebung geben.

Schaut man sich dieses Ranking an und vergleicht das unterschiedliche Level, auf dem sich deutsche Großstädte befinden, wird eines deutlich: Die eigentlichen Treiber einer fahrradfreundlichen Politik bzw. Verkehrsstrategie sind zumindest aktuell eher einzelne Kommunen oder Städte. Bundesweite Projekte wie Radschnellwege in Deutschland sind auf längere Sicht angelegt bzw. gerade erst angelaufen. Insofern sind Aktionstage wie der World Bicycle Day aus unserer Sicht richtig und wichtig, um verstärkt auf das Thema aufmerksam zu machen.

Weiterführende Informationen zum Weltfahrradtag

3. Juni 2019
Diamant Redaktion
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