Copenhagenize Index: Die 20 fahrrad-freundlichsten Städte weltweit

Mit dem Fahrrad durch die Großstadt. Das ist praktisch, schnell – und gefährlich. Oder? Die Copenhagenize Design Company hat sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, welche die fahrradfreundlichsten Metropolen der Welt sind.

Seit 2011 veröffentlicht das dänischen Unternehmens alle zwei Jahre die Top-20-Fahrradstädte im Copenhagenize Index. Wie die Bewertungen zustande kommen, wo auf der Welt es sich am besten radelt und was wir zu den Ergebnissen sagen, erfahren Sie im Diamantrad-Blog.

Was ist der Copenhagenize Index?

Der Copenhagenize Index ist ein Messwert, der die Fahrradfreundlichkeit von Großstädten bestimmt. Seit 2011 werden mithilfe von 13 Kriterien 136 Städte weltweit nach ihrer Fahrradfreundlichkeit bewertet. Alle zwei Jahre erscheint eine Liste mit den Top 20 Radler-Städten. Nur Großstädte (mind. 600.000 Einwohnern) haben Chancen, die Auszeichnung zu bekommen.

Die Copenhagenize Design Company hat den Index ins Leben gerufen. Ursprünglich sollte der Messwert zur Bestimmung von Fahrradfreundlichkeit firmenintern genutzt werden. Doch schnell zeigte sich das große Interesse an diesem Thema und das Unternehmen machte die Ergebnisse öffentlich.

Das Projekt verdeutlicht, dass der Fokus bei Städtebau und -entwicklung nicht auf dem Autoverkehr, sondern auf alternativen Fortbewegungsmittel wie Fahrrädern liegen sollte.

Copenhagenize Index – nach diesen Kriterien wird bewertet

Diese Kriterien werden bei der Bewertung der Städte nach deren Fahrradfreundlichkeit herangezogen:

  • Interessenvertretung: Werden z.B. NGOs, die sich für Fahrradfreundlichkeit einsetzen, (politisch) unterstützt?
  • Fahrradkultur: Hat sich das Fahrrad als Transportmittel bereits bei den Bürgern etabliert oder gibt es nur vereinzelte (Sport-)Gruppen?
  • Ausstattung: Gibt es auf den Straßen Fahrradständer, Rampen, Beschilderung und Abstellplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln?
  • Infrastruktur für Fahrräder: Gibt es Radwege oder müssen Fahrradfahrer Straßen für Autos nutzen?
  • Bike-Share-Programme: Gibt es Bike-Share-Programme und werden diese genutzt?
  • Geschlechterverteilung: Wie viel Prozent der Radfahrer sind weiblich, wie viel männlich?
  • Verkehrsmittelwahl: Wie viele Radfahrer gibt es?
  • Zuwachs von Radfahrern seit 2006: Um wie viel Prozent ist die Zahl der Radfahrer seit 2006 gestiegen?
  • Sicherheitsempfinden: Wie sicher fühlen sich Radfahrer in dieser Stadt? Wie viele von ihnen tragen Helme?
  • Politik: Wie ist das politische Interesse an Thema Radfahren in der Stadt?
  • Soziale Akzeptanz: Wie stehen Autofahrer und die Gesellschaft allgemein zu Radfahrern in der Stadt?
  • Stadtplanung: Wie viel Beachtung bekommt die Fahrrad-Infrastruktur von Stadtplanern? Kennen diese die Best-Practice-Beispiele anderer Städte? Liegt der Fokus bei der Stadtplanung auf dem Auto- oder Radverkehr?
  • Verkehrsberuhigung: Gibt es 30er-Zonen zur erhöhten Sicherheit für Radfahrer? Welche Erfolge konnten schon erzielt werden?
  • Lastenräder und Logistik: Nutzen die Stadtbewohner das Potenzial von Lastenrädern?

 

Frauen beim Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Sicherheit im Radverkehr: Der Copenhagenize Index berücksichtigt in seiner Wertung, ob die Radfahrer Helme tragen.

Der aktuelle Copenhagenize Index 2017 – Rankingveränderungen

Die Zahlen in der eckigen Klammer zeigen die Position der Stadt im Jahr 2015.

  1. [1] Kopenhagen, Dänemark
  2. [3] Utrecht, Niederlande
  3. [2] Amsterdam, Niederlande
  4. [4] Strasbourg, Frankreich
  5. [6] Malmö, Schweden
  6. [8] Bordeaux, Frankreich
  7. [9] Antwerpen, Belgien
  8. [13] Ljubljana, Slowenien
  9. [neu] Tokio, Japan
  10. [12] Berlin, Deutschland
  11. [11] Barcelona, Spanien
  12. [16] Wien, Österreich
  13. [17] Paris, Frankreich
  14. [10]Sevilla, Spanien
  15. [neu] München, Deutschland
  16. [17] Nantes, Frankreich
  17. [19] Hamburg, Deutschland
  18. [neu] Helsinki, Finnland
  19. [neu] Oslo, Norwegen
  20. [20] Montréal, Kanada

Aus der Liste verschwunden sind Eindhoven und Buenos Aires. Anführer der Rangliste sind schon seit 2011 Amsterdam und Kopenhagen im Wechsel. Auffällig ist, dass insbesondere europäische Metropolen im Ranking vertreten sind. Mit Berlin, München und Hamburg tauchen auch drei deutsche Städte auf.

Dass sich die Nutzung von Fahrrädern stetig weiterentwickelt, zeigt sich nicht nur an den teils überraschenden Schwankungen im Ranking, sondern auch an den sich ändernden Bewertungskriterien. Im Jahr 2017 kam ein neuer Messwert hinzu: Cargo Bikes und Logistik. Hier ist ein deutlicher Trend zum Fahrrad als Transportmittel im privaten und gewerblichen Bereich zu erkennen.

Trotz insgesamt drei deutschen Städten in den Top 20 wird deutlich: In Deutschland gibt es beim Thema Fahrradfreundlichkeit noch Verbesserungsbedarf. Es gilt, sich bei der Stadtplanung stärker an Radfahrern auszurichten, E-Bike-Trends zu berücksichtigen und Fahrräder generell als Hauptverkehrsmittel anzustreben. Wenn immer mehr Menschen Fahrräder nutzen, werden sich die Städte schrittweise an die daraus entstehenden Bedürfnisse anpassen müssen.

Harter Kampf um die Top-Platzierungen

Nicht umsonst streben viele Metropolen an, als fahrradfreundlich zu gelten. Die Kandidaten der Top-Positionen des Rankings tun viel dafür, sich gegenseitig von der Spitze zu verdrängen. Utrecht, zum Beispiel, baut momentan das größte Fahrradparkhaus der Welt. Kopenhagen dagegen will Radwege auf drei Fahrstreifen erweitern und die Schaltgeschwindigkeiten von Ampeln auf Radfahrer anpassen, sodass sie öfters eine „grüne Welle“ haben. Aber warum ist der Titel „fahrradfreundlichste Stadt“ eigentlich so erstrebenswert?

Gründe für fahrradfreundliche Städte

Das sind Vorteile des Radverkehrs in Städten:

  • Entspannung der Verkehrssituation
  • Fahrräder nehmen weniger Platz weg, der zum Beispiel für Grünflächen genutzt werden kann
  • Fahrräder verschmutzen – im Gegensatz zu Autos – nicht die Luft
  • Gesundheit der Bevölkerung verbessert sich durch bessere Luft und mehr Bewegung

Grundsätzlich sind für Städte Investitionen in die Fahrrad-Infrastruktur sinnvoll. Laut der Copenhagenize Design Company zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel positive ökonomische, wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen hat.

So haben dänische Studien herausgefunden, dass jeder geradelte Kilometer der Stadt und ihren Bewohnern 23 Cent einbringt, wohingegen jeder mit dem Auto zurückgelegte Kilometer 85 Cent kostet. Der Grund dafür ist hauptsächlich der gesundheitliche Vorteil bzw. der gesündere Lebensstil der Radler.

Die Top-Städte im Copenhagenize Index haben diese Vorteile für sich erkannt und in ihre Stadtplanung integriert. Auch hierzulande tut sich etwas: Die Förderung für Radschnellwege in Deutschland ist mittlerweile angelaufen. Wie die im fahrradfreundlichsten Städte der Welt währenddessen ihre Pläne umsetzen, wird im folgenden exemplarisch anhand der Top-Platzierungen beleuchtet.

Kopenhagens moderne Fahrradkultur

Nachdem Amsterdam in den ersten zwei Erhebungen des Copenhagenize Index 2011 und 2013 das Ranking anführte, hat Kopenhagen zwei Jahre in Folge (2015 und 2017) den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt übernommen.

Ranking-Entwicklung Kopenhagen im Copenhagenize Index 2011-2017
Kopenhagen ist seit 2015 die fahrradfreundlichste Stadt weltweit und war von Anfang an unter den zwei Besten des Copenhagenize Index’. – Diamantrad-Blog

 

Mehr als die Hälfte der Stadtbewohner nutzen hier das “cykel” (Fahrrad auf dänisch) als Hauptverkehrsmittel, was die folgenden Zahlen veranschaulichen:

  • Einwohner gesamt: 602.481
  • Fahrräder gesamt: 560.000
  • Stadtfläche gesamt: 86,20 km²
  • Gesamtlänge des Radwegenetzes: 375 Kilometer

Die lokale Fahrradpolitik in der dänischen Hauptstadt

Die Auszeichnung kommt nicht von irgendwoher, denn “København” (Kopenhagen auf dänisch) verfolgt eine fortschrittliche Fahrradpolitik und investierte dabei über die letzten zehn Jahre mehr als 134 Millionen Euro in die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur. So verbesserte die Stadt ihre Fahrradmobilität mit autofreien Brücken für Fußgänger und Radler.

Ein Beispielprojekt war der Hafenrundweg “Havenringen”, der 2015 fertig gestellt wurde und die Fahrt auf der Route entlang des gesamten Binnenhafens ermöglicht. Darüber hinaus orientiert sich das Ampelsystem in Kopenhagen mit grünen Wellen und gekoppelten Bewegungsmeldern an den Radfahrern. Und es wird auch an Kleinigkeiten gedacht, die das Radfahren komfortabler machen, wie erhöhte Fußstützen für das Warten an Ampeln oder Mülleimer mit Neigungsfunktion.

Weitere Pläne zur Ausbesserung der Radwegenetze enthält die stadteigene “Bicycle Strategy 2011-2025”. Das darin enthaltene PLUSnet-Konzept beschreibt, wo Wege vergrößert oder neue Brücken und Tunnel gebaut werden müssen. Für die Ausführung der Bauprojekte hat Kopenhagen eigene Design-Richtlinien erstellt, sodass neue Straßen fahrradgerecht gestaltet werden.

Damit alles seine Ordnung hat: Fahrradweg-Beauftrage sorgen für die Instandhaltung der Fahrradstraßen, sodass Unebenheiten und Löcher schnell beseitigt sind. Zudem weisen strenge Verkehrsregeln und vergleichsweise hohe Geldstrafen Falschparker auf dem Radweg und Radler auf dem Bürgersteig zurecht.

FAHRRADSTADT-FAKTEN KOPENHAGEN: WUSSTEN SIE SCHON, DASS…
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…in Kopenhagen keine Helmpflicht gilt?

…über 60 % der dänischen Abgeordneten mit dem Rad in das Kopenhagener Parlament fahren?

…25 % aller kopenhagener Familien mit zwei Kindern ein Lastenfahrrad für den Einkauf oder den Transport der Kinder in den Kindergarten besitzen?

Fahrräder als beliebtestes Verkehrsmittel in København

Radfahrer machen in der dänischen Hauptstadt mehr als 40% des Stadtverkehrs aus (zum Vergleich: in Berlin sind es ca. 13%), denn auch Polizeibeamte, Straßenreiniger oder städtische Pflegekräfte nutzen das Fahrrad für ihre Dienstwege. Folglich kommt es während der Stoßzeiten öfters zu Fahrrad-Staus. Für einen besseren Verkehrsfluss informieren seit dem letzten Jahr einige digitale Leitsysteme über die erhöhte Verkehrsdichte, Baustellen oder Fahrbahnschäden und schlägt Alternativrouten vor.

Damit sich die Verkehrsteilnehmer in der Fahrrad-Stadt nicht in die Quere kommen, sind die Wege für Autos, Radfahrer und Fußgänger baulich abgegrenzt. Fahrradfahrer werden somit gar nicht erst dazu verleitet, andere Spuren als die breiten, geteerten Radwege zu nutzen. So haben z.B. auch Eltern genügend Platz, um ihre Kindern in Lastenrädern zu transportieren. Aber damit nicht genug – Kopenhagen bietet seinen Bürgern sogar bis zu vier Meter breite Fahrrad-Schnellstraßen, die für Autos gesperrt sind. Ganze Abstellanlagen und mehrere Pumpstationen runden das komfortable Angebot ab.

Tipps für Radfahrer in Kopenhagen

Wegen des hohen Fahrradaufkommen, speziell während des Berufsverkehrs, hat Dänemarks Hauptstadt einige Formulierungen entwickelt, um die Rücksicht der Verkehrsteilnehmer untereinander zu fördern:

  1. Immer rechts halten
  2. Vor dem Anhalten Hand heben
  3. Abbiegen mit Handzeichen in die jeweilige Richtung ankündigen
  4. Schulterblick und Klingel nutzen vor dem Überholen anderer Radfahrer
  5. Andere Radfahrer immer auf der linken Seite überholen
  6. Nicht gegen den Verkehrsstrom fahren
  7. Fahrradfahren ist in zentralen Parkanlagen nicht erlaubt
  8. Vorsicht beim Linksabbiegen an Kreuzungen: Zuerst zur gegenüberliegenden rechten Ecke der Kreuzung fahren, anhalten und auf grünes Ampelsignal warten
  9. Fahrräder mit Vorder – und Rücklicht ausstatten (von der Abend- bis zur Morgendämmerung)
  10. Es ist nur eine Person per Fahrrad erlaubt, ausgeschlossen Lastenfahrräder, Fahrräder mit einem Kindersitz oder Fahrräder mit einem Anhänger

Zukünftige Pläne und Herausforderungen der Fahrrad-Hauptstadt

Die Komplexität der Fahrrad-Infrastruktur von Kopenhagen ist aktuell unübertroffen. Dennoch sieht die Stadt Verbesserungspotenzial für Pendler aus dem Umland, die nach wie vor mit dem Auto anreisen. Die Stadtplaner wollen das Verbindungsnetz daher mit großen Fahrrad-Autobahnen ausbauen. Eine Herausforderung ist dabei sicherlich auch die zunehmende Platznot im Stadtzentrum und Staus zu Hauptverkehrszeiten.

In Utrecht kommt das Fahrrad an erster Stelle

Historische Bauwerke des letzten Jahrhunderts prägen das Stadtbild, aber neben dem Erhalt alter Grachten und Wasserstraßen investiert Utrecht (niederländische Aussprache: [ˈytrɛxt]) auch in seine Fahrradinfrastruktur. Die Niederlande sind zwar bekannt für ihre fahrradfreundliche Verkehrspolitik, doch seit ein paar Jahren gilt “bicyle first” insbesondere in Utrecht und somit ist die Stadt seit 2013 auf der Überholspur im Copenhagenize Index. 2011 war die Stadt noch gar nicht in den Top 20 positioniert.

Ranking-Entwicklung Utrecht im Copenhagenize Index 2011-2017
Steigende Erfolgskurve: Utrecht ist seit 2017 amtierender Vize im weltweiten Ranking der fahrradfreundlichsten Städte und verdrängte dabei sogar Amsterdam vom zweiten Platz. – Diamantrad-Blog

 

Vor dem Hintergrund, dass das niederländische Utrecht zu den kleineren Städten im Copenhagenize Index gehört, verdeutlichen die folgenden Zahlen noch einmal die Dimensionen:

  • Einwohner gesamt: 348.250
  • Radfahrer täglich: 125.000
  • Stadtfläche gesamt: 99,32 km²
  • Gesamtlänge des Radwegenetzes: 245 Kilometer

Utrecht – Große Pläne für eine kleine Fahrrad-Stadt

Mit dem Ziel bis 2020 zur Fahrrad-Stadt mit Weltrang zu werden, startete Utrecht 2015 einen “Action Plan” voller fahrradfreundlicher Maßnahmen. Ein bekanntes Projekt ist das weltweit größte Parkhaus für über 12.000 “Fiets” [fits] (Fahrrad auf niederländisch), das bis Ende 2018 fertiggestellt werden soll. Aktuell können in der Tiefgarage schon 6.000 Fahrräder am Hauptbahnhof Utrecht sicher abgestellt werden und bis 2020 soll die Zahl auf insgesamt 33.000 Plätze erhöht werden. Zum Vergleich: Deutschlands größtes Fahrrad-Parkhaus in Münster bietet ca. 3.300 Stellplätze.

Doch das Utrechter Parksystem bietet noch mehr: Alle zehn städtischen Fahrrad-Parkplätze sind für 24 Stunden kostenlos nutzbar und einige informieren im Vorfeld mit elektronischer Anzeigen oder per App über die Anzahl der verfügbaren Stellplätze. Zahlreiche Fahrradständer und Parkbereiche auf den Straßen und in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie sogenannte Pop-Up Parkplätze sorgen in Utrecht für zusätzliche Abstellmöglichkeiten, denn falsch abgestellte Räder werden von der Stadt entfernt.

Utrechts fahrradfreundliche Infrastruktur

Circa 60 % der Verkehrsteilnehmer in Utrecht sind Radler. Damit sie sich schneller und trotzdem sicher fortbewegen können, bietet die Stadt speziell ausgebaute Straßen, Brücken, Unterführungen und Kreisel für Radfahrer. Dafür werden alte Straßen in großzügige Fahrradwege umgebaut. Zuletzt wurde z.B. die Dafne Schippers Brücke fertiggestellt, über die Fußgänger und Radfahrer komfortabler vom westlichen Teil in die Innenstadt gelangen.

Ähnlich wie Kopenhagen, muss sich auch Utrecht Lösungen den Herausforderungen des dichten Radverkehrs stellen, z.B. mit dem Ampel-Assistenten “Flo”. Die digitalen Kiosks messen die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Radfahrer und geben daraufhin mittels Piktogrammen einen Hinweis, ob man schneller oder langsamer fahren muss, um bei grün über die nächste Kreuzung zu gelangen.

FAHRRADSTADT-FAKTEN UTRECHT: WUSSTEN SIE SCHON, DASS…
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die Hälfte der Haushalte in Utrecht drei oder mehr Fahrräder besitzen? – 96% besitzen mindestens eins!

über 90.000 Radfahrer im Zentrum Utrechts zwischen 7 und 19 Uhr unterwegs sind?

der Zandweg in Utrecht mit sechs Kilometern die längste Fahrradstraße der Niederlande ist?

“Bruto Utrecht Fietsproduct” – Mit Investitionen in den Radverkehr sparen

Die Kleinstadt wertet ihre Infrastruktur für Radfahrer jährlich mit ungefähr 50 Euro pro Kopf auf (zum Vergleich: 2015 wurde in Berlin vier Euro pro Person investiert) und spart dadurch laut einer eigenen Untersuchung, dem “Bruto Utrecht Fietsproduct”, ca. 250 Millionen Euro im Jahr. Die Berechnungen beinhalten Vergleichswerte unter der Voraussetzung, dass andernfalls das Auto als Hauptverkehrsmittel gedient hätte. Auch positive Auswirkungen auf die Luftqualität und Gesundheit fließen in den gesamtgesellschaftlichen Nutzen des Radverkehrs ein.

Den Plan zwischen 2015 und 2020 zu den erfolgreichsten Fahrradstädten weltweit zu gehören, hat Utrecht bereits in die Tat umgesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch die aktuellen Diskussionen über eine autofreie Innenstadt bis 2050 durchsetzen werden.

Fahrradstadt Amsterdam – mehr Räder als Einwohner

In Amsterdam ist das Fahrrad die Standard-Transportform, denn es stellt die einfachste Fortbewegungsmöglichkeit durch die schmalen Straßen und den unzähligen Wasserkanälen der Stadt dar:

  • Einwohner gesamt: 858.100
  • Fahrräder gesamt: 880.000
  • Stadtfläche gesamt: 219 km²
  • Gesamtlänge des Radwegenetzes: 500 Kilometer

Im Kampf um die Top-Platzierungen im Copenhagenize Index fehlen Amsterdam die Innovationen und Investitionen, während man in Utrecht und Kopenhagen um einiges voraus ist. Der Status Quo in Amsterdam ist nach wie vor beeindruckend, es fehlen nur die Fortschritte im Vergleich zu anderen Städten.

Ranking-Entwicklung Amsterdam im Copenhagenize Index 2011-2017
Wie im Jahr 2015 erzielte Amsterdam auch im Copenhagenize Index 2017 den höchsten Wert in den Basispunkten, fiel jedoch bei den Bonuspunkten zurück, die die Dynamik in einer voranschreitenden Stadt widerspiegeln. – Diamantrad-Blog

Fahrradfahren in Amsterdam – Tipps und Hinweise

Ordnungsgemäße Radwege (insgesamt 500 km) sind in Amsterdam genauso wie Kopenhagen und Utrecht die Grundlage für einen fließenden Zweiradverkehr und wichtiger als die Infrastruktur für Autos. Fahrräder haben in der niederländischen Hauptstadt nicht nur Vorfahrt, sondern können auch Flüsse via Fahrradfähre kostenlos überqueren.

Was in man Deutschland nur von Autoparkern gewohnt ist, trifft in Amsterdam meistens auf Fahrräder zu. Werden Fahrradparkplätze über zwei Wochen blockiert, muss mit Strafzetteln gerechnet werden, bevor das Rad abgeschleppt wird und für 25 Euro wieder abgeholt werden kann.

Für einen sicheren Radverkehr hat auch Amsterdam einige Regeln und Tipps für das richtige Verhalten zusammengefasst:

  • Fahrräder nur auf gekennzeichneten Möglichkeiten parken
  • Niederländische Fahrräder haben meistens Rücktrittbremsen, die für Touristen ungewohnt sein können – besser vorher üben!
  • Rechts halten und in Verkehrsrichtung fahren
  • Rechts vor links Verkehr beachten
  • Bei grüner Ampel auf Autos und LKWs achten, da diese oft gleichzeitig fahren dürfen
  • Tote Winkel vermeiden und an Ampel-Stopps niemals neben LKWs halten, lieber dahinter
  • Vorhaben mit Handzeichen und Augenkontakt kommunizieren
  • Unerwartetes Stoppen auf Radwegen vermeiden
  • Keine Ablenkung durch Kopfhörer oder Handys

Amsterdam – Fahrradfreundlichkeit optimieren

Auch motorisierte Roller mit bis zu 35 km/h dürfen manche Radwege benutzen und deren Zahlen steigen rasant, was die Sicherheit auf den Radwegen sowie die Wahrnehmung von Sicherheit bei den Bürgern verschlechtert. Alleine von 2006 zu 2007 vervierfachte sich die Anzahl der Motorroller auf 35.000 Stück.

Hinzu kommt, dass sich die Radfahrer in Amsterdam nicht immer an Verkehrsvorschriften halten und z.B. rote Ampeln ignorieren. Zu Stoßzeiten führt dieses Verhalten an Kreuzungen und Hauptverkehrsstraßen oft zu chaotischen Situationen. Die Desire Line Studie 2014 der Copenhagenize Company zeigte bereits Lösungsvorschläge auf, die den Verkehrsfluss an solch viel befahrenen Kreuzungen verbessern könnte.

Die Stadt plant in den nächsten vier Jahren insgesamt 2 Milliarden Euro in ihre Mobilität und davon 100 Millionen Euro in die Fahrrad-Infrastruktur zu investieren. Angesichts vielen Fahrräder, fehlenden Abstellmöglichkeiten und konkurrierenden Transportarten in der dicht besiedelten Stadt, gibt es noch Raum für Verbesserungen.

FAHRRADSTADT-FAKTEN AMSTERDAM: WUSSTEN SIE SCHON, DASS…
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ca. 900.000 Fahrräder pro Jahr in den Niederlanden gestohlen werden?

ein öffentlicher Tunnel für Radfahrer und Fußgänger durch das Reichsmuseum Amsterdam führt?

jährlich bis zu 15.000 Räder aus den Kanälen Amsterdams geborgen werden?

Radbahn Berlin – mit dem Rad durch Deutschlands Hauptstadt

Ein aktuelles Beispiel für den verstärkten Fokus auf Radfahrer befindet sich im Herzen der deutschen Hauptstadt: das Projekt der „Radbahn Berlin“. Die Skizze eines Finnen und seiner Freunde für den Raum unterhalb der U1-Hochbahn im November 2015 fand über soziale Medien schnell großen Anhang. Die Strecke soll durch sieben Abschnitte vom Zoologischen Garten bis zur Warschauer Straße führen.

Ehemals nur eine Vorstellung in den Köpfen einiger Menschen, rückt die Umsetzung der Radbahn Berlin immer näher. Der dahinter stehende „paper planes e.V.“ hat ein 140-seitiges Buch veröffentlicht, das über die Machbarkeit der Radbahn informiert – Interessierte unterstützen den Verein durch den Erwerb des Werks.

Diamantrad – Fahrräder für Stadttouren

Auch Diamantrad hat früh erkannt, dass das Fahrrad eine wichtige Mobilitätslösung ist. Mit unserer seit 130 Jahren bestehenden Geschichte, vereinen wir Tradition mit Modernität: Bei uns bekommen Sie Räder im Retro-Design (wie zum Beispiel unser Diamant Topas Deluxe) genauso wie eBikes. Ob für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für die nächste Fahrradtour – in welchen Städten Sie mit Ihrem Diamant-Modell am sichersten unterwegs sind, wissen Sie ja jetzt!

Citybike Topas von Diamant - Diamantrad-Blog
Das Citybike Diamant Topas bietet Fahrspaß in urbaner Umgebung.

Weiterführende Informationen rund um den Copenhagenize Index und fahrradfreundliche Städte

Kopenhagen

Utrecht

Amsterdam

27. Dezember 2017
Diamant Redaktion
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