Copenhagenize Index: Die 20 fahrrad-freundlichsten Städte weltweit

Das Fahrrad als Verkehrsmittel bietet Vorteile für Mensch und Umwelt – das haben viele Städte bereits erkannt. Seit 2011 veröffentlicht die Copenhagenize Design Company alle zwei Jahre ein Ranking der Top-20-Fahrradstädte, den Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index.

Das dänischen Unternehmen hat sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, welche die fahrradfreundlichsten Städte der Welt sind. Wie die Bewertungen zustande kommen, wo auf der Welt es sich am besten radelt und was wir zu den Ergebnissen sagen, erfährst Du im Diamantrad-Blog.

Was ist eine fahrradfreundliche Stadt?

Eine Stadt gilt als fahrradfreundlich oder auch fahrradgerecht, wenn dort der Radverkehr einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert einnimmt. Viele sogenannte Fahrradstädte erlangen ihren erhöhten Radverkehrsanteil durch eine ausgebaute Fahrradinfrastruktur mit einem sicheren Radverkehrsnetz.

Die Wahrnehmung von Umwelt und Mobilität hat sich verändert und stellt einige Städte unter anderem vor infrastrukturelle Herausforderungen. Diesen gilt es sich zu stellen, indem die bestehenden Strukturen zum Beispiel fahrradfreundlicher und somit umweltfreundlicher gemacht werden, denn die Nutzung des Fahrrads als Hauptverkehrsmittel wirkt sich ökonomisch, wirtschaftlich und gesundheitlich positiv auf die Stadt aus. So haben dänische Studien herausgefunden, dass jeder geradelte Kilometer der Stadt und ihren Bewohnern 23 Cent einbringt, wohingegen jeder mit dem Auto zurückgelegte Kilometer 85 Cent kostet. Der Grund dafür ist hauptsächlich der gesundheitliche Vorteil bzw. der gesündere Lebensstil der Radler.

Weitere Vorteile des Radverkehrs in Städten sind:

  • Entspannung der Verkehrssituation
  • Fahrräder nehmen weniger Platz weg, der zum Beispiel für Grünflächen genutzt werden kann
  • Fahrräder verschmutzen – im Gegensatz zu Autos – nicht die Luft
  • Gesundheit der Bevölkerung verbessert sich durch bessere Luft und mehr Bewegung
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Modal Split – Wahl der Verkehrsmittel

In fahrradfreundlichen Städten gewinnen meist öffentliche und nicht motorisierte Verkehrsmittel einen hohen Anteil am “Modal Split”. Das ist eine Kennzahl in der Verkehrsstatistik, welche die Verteilung (Split) des Transportaufkommens auf die Verkehrsmittel (Modi) in einer Region beschreibt. Für die Berechnungsgrundlage werden von Stadt zu Stadt unterschiedliche Werte einbezogen, wie die Anzahl der zurückgelegten Wege oder die Personen-/ Fahrzeugkilometer – ohne eine Angabe über die Weglängen. Somit lassen sich Verkehrsaufkommen und Effekte auf die Umwelt erst mit der Angabe der zurückgelegten Distanzen einzelner Verkehrsmittel messen.

Neben dem Fokus auf einen geringen Anteil motorisierter Individualverkehrsmittel wie z.B. PKWs und auf die Distanzen, die mit dem Rad zurückgelegt werden, müssen Fahrradstädte auch Voraussetzungen für den Fahrradverkehr schaffen, denn die mit Pkw, Bussen und Bahnen zurückgelegte Wege sind in der Regel größer als die Radwege.

Was ist der Copenhagenize Index?

Der Copenhagenize Index ist ein Messwert, der die Fahrradfreundlichkeit von Großstädten bestimmt. Seit 2011 werden 136 Städte weltweit anhand 13 Kriterien bewertet. Bis auf wenige Ausnahmen mit politischer und regionaler Sonderstellung haben nur Großstädte (mind. 600.000 Einwohner) Chancen, die Auszeichnung zu bekommen. Alle zwei Jahre erscheinen die Ergebnisse in einer Liste mit den 20 besten Radler-Städten.

Die Copenhagenize Design Company hat den “Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index” ins Leben gerufen. Ursprünglich sollte der Messwert zur Bestimmung von Fahrradfreundlichkeit firmenintern genutzt werden. Doch schnell zeigte sich das große Interesse an diesem Thema und das Unternehmen machte die Ergebnisse öffentlich.

Bewertungskriterien

Diese Kriterien werden bei der Bewertung der Städte nach deren Fahrradfreundlichkeit herangezogen:

  • Interessenvertretung: Werden z.B. NGOs, die sich für Fahrradfreundlichkeit einsetzen, unterstützt? (Geringe Bewertung für keine organisierte Interessenvertretung, gute Bewertung für eine starke Interessenvertretung mit politischem Einfluss.)
  • Fahrradkultur: Hat sich das Fahrrad als Transportmittel bereits bei den Bürgern etabliert oder gibt es nur vereinzelte Gruppen? Ist eine Fahrradmitnahme in der Bahn oder in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln möglich? (Geringe Bewertung für nur Radsportler in der Stadt, gute Bewertung für die alltägliche Fahrrad-Nutzung.)
  • Ausstattung: Gibt es auf den Straßen Fahrradständer, Rampen, Beschilderung und Abstellplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln? (Geringe Bewertung für vorhandene Fahrrad-Ausstattung, gute Bewertung für verbreitete und innovative Installationen.)
  • Infrastruktur für Fahrräder: Gibt es separate Radschnellwege oder müssen Fahrradfahrer Straßen für Autos nutzen? (Geringe Bewertung für keine Radwege, gute Bewertung für separate und sichere Radwege.)
  • Bike-Share-Programme: Gibt es Bike-Share-Programme und werden diese genutzt? (Geringe Bewertung für keine Programme, gute Bewertung für fortgeschrittene und frequentierte Programme.)
  • Geschlechterverteilung: Wie viel Prozent der Radfahrer sind weiblich, wie viel männlich? (Geringe Bewertung für überwiegend männlich Radverkehrsteilnehmer, gute Bewertung für eine ausgeglichene Verteilung.)
  • Verkehrsmittelwahl: Wie hoch ist der Radverkehrsanteil? (Geringe Bewertung für unter einem Prozent, gute Bewertung für über 25 Prozent.)
  • Zuwachs von Radfahrern seit 2006: Um wie viel Prozent ist die Zahl der Fahrradfahrer seit 2006 gestiegen? (Geringe Bewertung für unter einem Prozent, gute Bewertung für über fünf Prozent.)
  • Sicherheitsempfinden: Wie sicher fühlen sich Fahrradfahrer in dieser Stadt? Wie viele von ihnen tragen Helme? (Geringe Bewertung für eine geringe Helm-Rate, gute Bewertung für eine gut kommunizierte Helm-Pflicht.)
  • Politik: Wie ist das politische Interesse an Thema Radfahren in der Stadt? Gibt es einen Fahrradbeauftragten? (Geringe Bewertung für ein nicht existentes politisches Interesse, gute Bewertung für eine aktive politische Integration des Themas.)
  • Soziale Akzeptanz: Wie stehen Autofahrer und die Gesellschaft allgemein zum Radfahren in der Stadt? (Geringe Bewertung für keine soziale Akzeptanz, gute Bewertung für eine weit verbreitete Akzeptanz.)
  • Stadtplanung: Wie viel Beachtung bekommt die Fahrradinfrastruktur von Stadtplanern? Kennen diese die Best-Practice-Beispiele anderer Städte? (Geringe Bewertung für einen Fokus auf dem Autoverkehr, gute Bewertung für einen Fokus auf Fahrradverkehr und Fußgänger.)
  • Verkehrsberuhigung: Gibt es 30er-Zonen zur erhöhten Sicherheit für Radfahrer? Welche Erfolge konnten schon erzielt werden? (Geringe Bewertung für keine verkehrsberuhigten Zonen, gute Bewertung für viele Zonen, die Radfahrer und Fußgänger bevorzugt.)
  • Lastenräder und Logistik: Nutzen die Stadtbewohner das Potenzial von Lastenrädern? (Geringe Bewertung für den nicht vorhandenen Fokus auf Lastenräder, gute Bewertung für eine etablierte Fahrradkultur mit Lastenrädern.)

Die Copenhagenize Design Company vergibt 0 bis 4 Punkte für die einzelnen Kategorien und zusätzlich noch bis zu 12 Bonuspunkte für besonders beeindruckende Merkmale, die dort nicht berücksichtigt sind. Das können zum Beispiel politische Anstrengungen zu besonderen Investitionen sein. Somit beträgt die maximale Bewertung 64 Punkte im Copenhagenize Index Ranking.

Frauen beim Fahrradfahren - Diamantrad-Blog
Sicherheit im Radverkehr: Der Copenhagenize Index berücksichtigt in seiner Wertung, ob die Radfahrer Helme tragen – Diamantrad-Blog.

Die 20 fahrradfreundlichsten Städte im Copenhagenize Index 2011-2017

Die Top 20 Platzierungen der Fahrrad-Metropolen sind hart umkämpft. Utrecht, zum Beispiel, baut das größte Fahrradparkhaus der Welt. Fahrradstadt Kopenhagen dagegen will Radwege auf drei Fahrstreifen erweitern und die Schaltgeschwindigkeiten von Ampeln auf Radfahrer anpassen, sodass sie öfters eine „grüne Welle“ haben. Somit sind von 2011 bis 2017 regelmäßige Schwankungen in den Platzierungen zu erkennen. Lediglich Amsterdam und Kopenhagen halten sich über alle vier Index-Veröffentlichungen hinweg stabil auf ihren Plätzen. Das liegt zum einen daran, dass sich die Nutzung von Fahrrädern im Allgemeinen stetig weiterentwickelt und zum anderen, an den sich ändernden Bewertungskriterien der Copenhagenize Design Company. Im Jahr 2017 kam ein neuer Messwert hinzu: Cargo Bikes und Logistik. Hier ist ein deutlicher Trend zum Fahrrad als Transportmittel im privaten und gewerblichen Bereich zu erkennen.

Platzierungen Top 20 Copenhagenize Index 2011-2017
Die Platzierungen der Fahrradstädte im Copenhagenize Index von 2011 bis 2017 zeigen einige Schwankungen, da sich die Nutzung von Fahrrädern stetig wandelt und mit ihr auch die Kriterien der Bewertung. – Diamantrad-Blog

Der erste Copenhagenize Index 2011

Über sechs Monate lang bewertete die Copenhagenize Design Company 2011 erstmals die Fahrradtauglichkeit von insgesamt 80 Großstädten weltweit. Aufgrund des hohen Aufwands für die Erstellung konnten kleine Städte wie Malmö erst einmal nicht für den Index berücksichtigt werden. Lediglich bei Portland, eine der bekanntesten Fahrradstädte der USA, wurde eine Ausnahme gemacht und somit ist sie die kleinste Stadt in den Top 20 Platzierungen.

Platzierungen Top 20 Copenhagenize Index 2011 - Diamantrad-Blog

Die Liste des Copenhagenize Index 2011 wird von Amsterdam als radfreundlichste Großstadt weltweit aufgeführt. Als Spitzenreiter in den meisten Kategorien erreichte die niederländische Hauptstadt 84 Prozent (54 von 64 möglichen Punkten), dicht gefolgt von Kopenhagen und Barcelona. Mit Berlin, München und Hamburg tauchen gleich drei deutsche Städte in den Top 20 auf, allerdings vermisst der Index in allen drei Städten eine stärkere Fürsprache der Politik für den Ausbau des Radverkehrsnetzes in der Öffentlichkeit.

Keine der Fahrradstädte erreichte die volle Punktzahl. Nur in Sachen Bonuspunkte räumte Dublin alle 12 Punkte ab. Paris und Barcelona glänzen mit 11 von 12 Bonuspunkten und sind damit in dieser Hinsicht noch vor Kopenhagen, Amsterdam und Tokio, die nur 10 Bonuspunkte erhielten.

Liste der Top 20 Fahrradstädte 2011

  1. Amsterdam, Niederlande, 54 Punkte
  2. Kopenhagen, Dänemark, 52 Punkte
  3. Barcelona, Spanien, 45 Punkte
  4. Tokio, Japan, 41 Punkte
  5. Berlin, Deutschland, 41 Punkte
  6. München, Deutschland, 40 Punkte
  7. Paris, Frankreich, 39 Punkte
  8. Montréal, Kanada, 38 Punkte
  9. Dublin, Irland, 37 Punkte
  10. Budapest, Ungarn, 36 Punkte
  11. Portland, USA, 36 Punkte
  12. Guadalajara, Mexiko, 36 Punkte
  13. Hamburg, Deutschland, 36 Punkte
  14. Stockholm, Schweden, 33 Punkte
  15. Helsinki, Finnland, 31 Punkte
  16. London, England, 31 Punkte
  17. San Francisco, USA, 30 Punkte
  18. Rio de Janeiro, Brasilien, 30 Punkte
  19. Wien, Österreich, 30 Punkte
  20. New York City, USA, 29 Punkte

Der Copenhagenize Index 2013

150 fahrradfreundliche Städte wurden für den Copenhagenize Index 2013 bewertet, also 70 mehr als im Index davor. Durch die Berücksichtigung der Rolle bestimmter Städte in ihrem Land sind dieses Mal auch kleinere Fahrradstädte im Index vertreten. Das Bewertungssystem bleibt weiterhin unverändert.

Platzierungen Top 20 Copenhagenize Index 2013 - Diamantrad-Blog

Amsterdam und Kopenhagen führen die Bestenliste des Copenhagenize Index 2013 mit einem Prozentsatz von 83 und 81 weiterhin an. Mit Utrecht erscheinen gleich sieben Neueinsteiger unter den zehn besten Plätze, wodurch unter anderem die deutschen Städte Berlin, München und Hamburg zurückfallen.

Sevilla erhielt dieses Mal als einzige Stadt die volle Anzahl der Bonuspunkte im Copenhagenize Index und dass der Radverkehr in diesem Jahr auch in Frankreich eine besondere Rolle spielte, zeigt die Platzierung von erstmals drei französischen Städten. Speziell Bordeaux erlangte Bonuspunkte für die politischen Anstrengungen und das Bikesharing-System. Portland, Guadalajara, Stockholm, Helsinki, London, San Francisco, Wien und New York haben es dieses Mal nicht unter die 20 besten geschafft.

Liste der Top 20 Fahrradstädte 2013

  1. [1] Amsterdam, Niederlande, 83 Prozent
  2. [2] Kopenhagen, Dänemark, 81 Prozent
  3. [neu] Utrecht, Niederlande, 77 Prozent
  4. [neu] Sevilla, Spanien, 76 Prozent
  5. [neu] Bordeaux, Frankreich, 76 Prozent
  6. [neu] Nantes, Frankreich, 72 Prozent
  7. [neu] Antwerpen, Belgien, 72 Prozent
  8. [neu] Eindhoven, Niederlande, 66 Prozent
  9. [neu] Malmö, Schweden, 63 Prozent
  10. [5] Berlin, Deutschland, 62 Prozent
  11. [9] Dublin, Irland, 60 Prozent
  12. [4] Tokio, Japan, 59 Prozent
  13. [6] München, Deutschland, 58 Prozent
  14. [8] Montréal, Kanada, 58 Prozent
  15. [21] Nagoya, Japan, 58 Prozent
  16. [18] Rio de Janeiro, Brasilien, 56 Prozent
  17. [3] Barcelona, Spanien, 55 Prozent
  18. [10] Budapest, Ungarn, 55 Prozent
  19. [7] Paris, Frankreich, 54 Prozent
  20. [11] Hamburg, Deutschland, 54 Prozent

Die Zahlen in der eckigen Klammer zeigen die Position der Stadt im Jahr 2011. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde die Gesamtpunktzahl 2013 in Prozent umgerechnet.

Der Copenhagenize Index 2015

Seit diesem Jahr kommuniziert die Copenhagenize Design Company, bis auf wenige Ausnahmen nur noch Großstädte mit mindestens 600.000 Einwohnern für den Fahrrad-Index zu berücksichtigen. Somit hat sich die Zahl auf 122 geprüfte Städte verkleinert.

Platzierungen Top 20 Copenhagenize Index 2015 - Diamantrad-Blog

Erstmals überholt Kopenhagen Amsterdam und landet somit 2015 auf dem ersten Platz der fahrradfreundlichsten Städte weltweit. Dies erscheint nur logisch, angesichts der stark angestiegenen Radfahrer-Quote von 36 auf 45 Prozent. Amsterdam hat, dem Copenhagenize Index zufolge, deutlich in Sachen Innovationen und Investitionen für den städtischen Radverkehr nachgelassen. Utrecht hingegen hält sich auf Platz drei und legt mit dem Bau eines Fahrradparkhauses für 12.500 Räder nach.

Besonders positiv fällt die Kommunikationspolitik der Stadt Malmö auf, die ihre Bewohner aktiv auffordert, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Weit abgefallen ist Sevilla vom vierten auf den zehnten Platz. Die Copenhagenize Index Company begründet das mit dem vergleichsweise langsamen Ausbau.

Liste der Top 20 Fahrradstädte 2015

  1. [2] Kopenhagen, Dänemark
  2. [1] Amsterdam, Niederlande
  3. [3] Utrecht, Niederlande
  4. [neu] Strasbourg, Frankreich
  5. [8] Eindhoven, Niederlande
  6. [9] Malmö, Schweden
  7. [6] Nantes, Frankreich
  8. [5] Bordeaux, Frankreich
  9. [7] Antwerpen, Belgien
  10. [4] Sevilla, Spanien
  11. [17] Barcelona, Spanien
  12. [10] Berlin, Deutschland
  13. [neu] Ljubljana, Slowenien
  14. [neu] Buenos Aires, Argentinien
  15. [11] Dublin, Irland
  16. [neu] Wien, Österreich
  17. [19] Paris, Frankreich
  18. [neu] Minneapolis, USA
  19. [20] Hamburg, Deutschland
  20. [14] Montréal, Kanada

Die Zahlen in der eckigen Klammer zeigen die Position der Fahrradstadt im Jahr 2013. Leider wurde die Gesamtpunktzahl der einzelnen Städte 2015 nicht mehr veröffentlicht.

Der aktuelle Copenhagenize Index 2017

2017 wurde der jüngste Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index veröffentlicht. Dabei hatten insgesamt 136 Fahrradstädte eine Chance auf die Top-Platzierungen. Zudem floss die Nutzung von Lastenfahrrädern als neue Bewertungskriterie mit ein.

Platzierungen Top 20 Copenhagenize Index 2017 - Diamantrad-Blog

Als fahrradfreundlichste Metropole der Welt hält sich Kopenhagen im Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index 2017 weiterhin auf dem ersten Platz. Bislang härtester Konkurrent war Amsterdam, das in diesem Jahr von Utrecht eingeholt wurde.

Insgesamt haben sich viele Platzierungen verschoben: Neun Städte des Copenhagenize Index 2015 sind aufgestiegen, während sich drei verschlechtert haben und zwei komplett aus der Liste verschwunden sind. Auffällig ist auch, dass mittlerweile insbesondere europäische Metropolen im Copenhagenize Index vertreten sind. Mit Berlin, München und Hamburg tauchen drei deutsche Städte auf.

Liste der Top 20 Fahrradstädte 2017

  1. [1] Kopenhagen, Dänemark
  2. [3] Utrecht, Niederlande
  3. [2] Amsterdam, Niederlande
  4. [4] Strasbourg, Frankreich
  5. [6] Malmö, Schweden
  6. [8] Bordeaux, Frankreich
  7. [9] Antwerpen, Belgien
  8. [13] Ljubljana, Slowenien
  9. [neu] Tokio, Japan
  10. [12] Berlin, Deutschland
  11. [11] Barcelona, Spanien
  12. [16] Wien, Österreich
  13. [17] Paris, Frankreich
  14. [10] Sevilla, Spanien
  15. [neu] München, Deutschland
  16. [17] Nantes, Frankreich
  17. [19] Hamburg, Deutschland
  18. [neu] Helsinki, Finnland
  19. [neu] Oslo, Norwegen
  20. [20] Montréal, Kanada

Die Zahlen in der eckigen Klammer zeigen die Position der Stadt im Jahr 2015. Auch dieses Mal gab es keine offizielle Angabe der jeweils erreichten Gesamtpunktzahl im Copenhagenize Index 2017.

Die fahrradfreundlichsten Länder im Copenhagenize Index 2011 – 2017

Jeweils vier französische und amerikanische Fahrradstädte sind von 2011 bis 2017 in den Top 20 des Copenhagenize Index gelistet. Zu Beginn (2011) war die USA noch mit drei fahrradfreundlichen Städten in den Top 20 vertreten, verschwand allerdings mit dem Index 2017 völlig aus der Liste. Während beispielsweise Minneapolis 2015 völlig überraschte mit…. wurden 2017 nicht mehr genügend Fortschritte festgestellt, sodass andere Städte in den einzelnen Kategorien besser abschnitten. Dennoch geben positive Entwicklungen in Kanada dem Index zufolge einen Vorgeschmack auf das, was uns aus Amerika und Kanada zukünftig noch erwartet.

Die deutschen Städte schneiden im Länderranking mit konstanten Top 20 Platzierungen gut ab. Dennoch wird im Vergleich zu den Spitzenreitern deutlich: In Deutschland gibt es beim Thema Fahrradfreundlichkeit noch Verbesserungsbedarf. Es gilt, sich bei der Stadtplanung stärker an Radfahrern auszurichten, E-Bike-Trends zu berücksichtigen und Fahrräder auch politisch als Hauptverkehrsmittel zu fördern.

Top-Länder mit den meisten Fahrradstädten im Copenhagenize Index 2011-2017
Frankreich und USA sind mit den meisten Fahrradstädten in den Top 20 Platzierungen des Copenhagenize Index 2011-2017 vertreten. – Diamantrad-Blog

Radbahn Berlin – mit dem Rad durch Deutschlands Hauptstadt

Ein aktuelles Beispiel für den verstärkten Fokus auf Radfahrer befindet sich im Herzen der deutschen Hauptstadt: das Projekt der „Radbahn Berlin“. Die Skizze eines Finnen und seiner Freunde für den Raum unterhalb der U1-Hochbahn im November 2015 fand über soziale Medien schnell großen Anhang. Die Strecke soll durch sieben Abschnitte vom Zoologischen Garten bis zur Warschauer Straße führen.

Der dahinter stehende „paper planes e.V.“ hat ein 140-seitiges Buch veröffentlicht, das über die Machbarkeit der Radbahn informiert – Interessierte unterstützen den Verein durch den Erwerb des Werks. Bislang ist die Radbahn nur eine Vorstellung in den Köpfen der Unterstützer. Eine Realisierung wäre ein wichtiges Zeichen für die Mobilität in Deutschland.

Weiterführende Informationen rund um den Copenhagenize Index und fahrradfreundliche Städte

27. Dezember 2017
Diamant Redaktion
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