E-Bikes in Europa: Alle fahren sie, aber die Regeln kennen zu wenige

Die Akku-Vertrauenslücke: Ein unterschätztes Risiko

Das Herzstück eines jeden E-Bikes ist der Akku. Beim theoretischen Basiswissen schneidet E-Bik-Europa zunächst gut ab: Stolze 82 % der Befragten wissen genau, dass ein ausgedienter Akku korrekt auf dem Wertstoffhof entsorgt werden muss.

Doch der Schein trügt, sobald es an den Alltag geht. Im praktischen Handling klafft eine tiefere Vertrauenslücke:

  • Nur 56 % der Nutzer geben an, sich im täglichen Umgang mit dem Akku sicher zu fühlen (lediglich 26 % fühlen sich „sehr sicher“).
  • Im Umkehrschluss bedeutet das: 44 % verspüren eine erhebliche Unsicherheit beim Laden, Transportieren oder Lagern des Akkus in den eigenen vier Wänden.

Für die Fahrradbranche und den Fachhandel liegt genau hier ein enormer Hebel, um Menschen besser zu unterstützen. Marken, die proaktiv aufklären, verständliche Anleitungen bieten und mit Mythen aufräumen, können dieses Vertrauen nachhaltig stärken.

Grafik, die zeigt, wie sicher sich Menschen im Umgang mit E-Bike-Akkus fühlen

2. Halbwissen und Mythen im Straßenverkehr

Die Unsicherheit betrifft nicht nur die Hardware, sondern auch das Verhalten im öffentlichen Raum. Zwei Mythen und Unklarheiten stechen in der Studie besonders hervor:

Der Helmpflicht-Mythos

Obwohl für klassische Pedelecs (Unterstützung bis 25 km/h) in den meisten Ländern keine gesetzliche Helmpflicht besteht, glauben 25 % der Befragten fälschlicherweise, dass eine Helmpflicht existiert. Unabhängig von der Rechtslage empfiehlt Diamantrad zwar nachdrücklich das Tragen eines Helms – die Zahl zeigt jedoch, wie sehr theoretische Debatten die Wahrnehmung der Menschen verzerren und im schlimmsten Fall daher abschrecken können, überhaupt das Rad zu nutzen.

Das Rätsel um die Radwegnutzung

Noch kritischer ist das Unwissen bei den Verkehrsregeln: Nur 40 % der Europäer wissen genau, wann sie einen Radweg nutzen dürfen oder müssen. Für die Mehrheit von 60 % bleibt die Unterscheidung zwischen Angebot, Pflicht und Verbot ein Buch mit sieben Siegeln. Das führt nicht nur bei den Radfahrenden zu Stress, sondern sorgt auch für gefährliche Missverständnisse im Zusammenspiel mit dem Autofahrern.

3. Ländervergleich: DACH-Region top, Fahrrad-Nationen mit Schwächen

Der paneuropäische Vergleich mit insgesamt 4.041 Befragten in neun Ländern bringt überraschende Ergebnisse ans Licht. Entgegen gängiger Vorurteile schneidet der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) aggregiert beim Regelwissen und Sicherheitsgefühl deutlich besser ab als etablierte „Fahrrad-Nationen“ wie die Niederlande oder Dänemark.

Kriterium / WissenDACH-RegionNiederlandeDänemarkGroßbritannienFrankreichSchwedenItalien
Kenntnis des 25 km/h-Limits70 % (Spitzenreiter)62 %43 %20 % (Schlusslicht)36 %46 %28 %
Unsicherheit bei Pflicht zur Versicherung30 % (geringste im Vergleich)52 %76 %72 %66%72 %77  %
Fühlen sich im Verkehr „sehr sicher“26 %20 %18 %7 %9 %15 %10 %

In Skandinavien und Südeuropa (Italien: nur 28 % kennen das Tempolimit) herrscht massiver Aufklärungsbedarf. Das historisch autozentrierte Großbritannien bildet das Schlusslicht – nur 7 % der dortigen Befragten fühlen sich auf dem E-Bike wirklich sicher.

4. Sicherheit muss nicht teuer sein

Wenn in der Politik über Fahrradsicherheit debattiert wird, folgt meist der Ruf nach neuen, milliardenschweren Infrastrukturprojekten. Doch der Ausbau von Radwegen dauert oft Jahre. Die Studie zeigt einen schnelleren, pragmatischen Ausweg:

Zwar wünschen sich 36 % der Befragten primär eine bessere bauliche Infrastruktur. Im Umkehrschluss bedeutet das aber: 64 % der Menschen sehen den Schlüssel zu mehr Sicherheit in weitaus günstigeren, schneller umsetzbaren Maßnahmen.

  • 20 % wünschen sich klare Sicherheitsinformationen.
  • 16 % fordern eine bessere Beschilderung.
  • Je 11 % setzen auf regelmäßige Wartungs- und Trainingsangebote.

Für Hersteller und Fachhandel ist das eine klare Handlungsaufforderung: Wir müssen nicht warten, bis neue Radwege betoniert werden. Mit verständlichen „How-to“-Guides, Aufklärung direkt am Point of Sale und digitalen Trainingsangeboten lässt sich das Sicherheitsgefühl der Fahrer sofort verbessern.

Eine Frau und ein Mann unterhalten sich in fröhlicher Stimmung. Neben dem Mann steht sein blaues E-Bike. Er hält einen Helm in der Hand.

5. Die neue Kanalstrategie: Die Webseite als digitaler Berater

Auch das Informationsverhalten vor dem E-Bike-Kauf hat sich grundlegend verschoben. Der stationäre Fachhandel hat im DACH-Raum immer noch eine zentrale Rolle, aber ist nach unserer Studie nicht mehr die am häufigsten genutzte Informationsquelle. Online-Quellen und der Händler vor Ort agieren heute auf Augenhöhe:

  • 58 % der Befragten nutzen die Webseite des Herstellers als Top-Informationsquelle.
  • 54 % setzen auf die Beratung im Fachhandel.
  • 28 % vertrauen auf Empfehlungen von Freunden und Familie.
  • Nur 7,4 % nutzen Social Media als Hauptinformationsquelle.

Kunden informieren sich heute hybrid und parallel. Für über 40 % der Menschen ist der Fachhandel keine Top-Informationsquelle. Weit über 80 % der Fahrradverkäufe in Deutschland finden aber nach wie vor im Fachhandel statt. So zeigt unsere Studie, dass ein erheblicher Anteil der Kundschaft bereits mit einer klaren, vorgefestigten Meinung ins Geschäft geht.

Grafik, die zeigt, wie viele Menschen unterschiedliche Kanäle als Informationsquelle beim Radkauf verwendendie Kanal

Fazit: Aufklärung als Wettbewerbsvorteil

Die Nutzung von E-Bikes in Europa steht auf einem soliden Fundament, doch das mangelnde Regel- und Technikwissen bildet eine ernstzunehmende Bruchstelle. Menschen suchen nicht mehr nur erstklassige Hardware verkaufen, sondern auch Sicherheit, Orientierung und Wissen mitliefern.

Die herrschende Verunsicherung beim Akku-Handling ist ein vordringliches Problem. Diamant hat zu diesem Thema bereits ausführlichen Content vorbereitet, das von vielen Menschen aktiv und intensiv genutzt wird.

Hinweis zur Datenquelle: Die Studie basiert auf einer im Auftrag von Diamantrad durchgeführten Umfrage unter 4.041 Erwachsenen im Zeitraum von Februar bis März 2026. Die Datenerhebung erfolgte in sechs europäischen Ländern über das Marktforschungsinstitut Norstat sowie im DACH-Raum über einen qualifizierten Online-Fragebogen.