„Köpfchen spricht“ – Diamant Podcast Nr. 1

Diamant steht ganz besonders auch für Gemeinschaft. Wir sind weiter da und auch unsere Händler sind es. Um das Home Office etwas aufzulockern, haben wir den Diamant-Podcast ins Leben gerufen. In der ersten Folge wollen wir euch anregen, weiter Rad zu fahren. Es ist gesund und wir erklären, wieso genau. Wir sprechen mit einem unserer Händler über die gute Nachricht: Die Werkstätten sind offen. Ach, und eine Kuh kommt auch noch vor.

Shownotes

  • 00:00: Einführung
  • 01:38: Der Effekt von Radfahren auf das Immunsystem
  • 07:48: Die Kuh
  • 08:48: Interview mit Carsten Schlieter von „Die Edelhelfer“
  • 18:28: Fazit
  • Feedback ist gerne gesehen: marketing_diamant@diamantrad.com
Köpfchen spricht - Diamantrad PodcastHinweis von Diamantrad:
Alle Folgen des Podcasts „Köpfchen spricht“ mit Thomas und Lars findest Du auf unserer Übersichtsseite. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Hören!

Interview mit Carsten Schlieter von „Die Edelhelfer“

Im zweiten Teil vom Podcast beschäftigen wir uns mit einem Fahrradladen von Diamant in Nordrhein-Westfalen. Die Entscheidung der Bundesregierung und der Bundesländer, die Einzelhandelsgeschäfte zu schließen war natürlich auch für viele von unseren Händlern eine große Herausforderung. Gleichzeitig dürfen die Werkstätten aber offen bleiben. Die Regierung erkennt hier, es ist notwendig, dass Menschen weiterhin mobil sind, wenn sie zur Arbeit kommen und gerade jetzt versuchen eben viele den öffentlichen Nahverkehr zu vermeiden. Wir sind dafür im Gespräch mit Carsten Schlüter von Edelhelfer. Edelhelfer ist ein Geschäft mit zwei Filialen im Ruhrgebiet.

Carsten Schlieter: Edelhelfer – der Begriff kommt ja aus dem Radsport, da kennen wir ihn. Also in den Dienst des Kapitäns stellen, würde man dann sozusagen in Kurzform ja sagen “der Helfer”.

Wer zu Edelhelfer geht, kann sich normalerweise darauf verlassen, das Fahrrad passt. In der Hinsicht steht Edelhelfer für eine Philosophie, die viele Diamanthändler umgesetzt haben. Beratung erfolgt plötzlich digital.

Also es ist so, dass die Kunden ja vor allem primär telefonisch anrufen und nach Werkstatt-Terminen fragen. Die Werkstatt-Termine werden dann auch vergeben und die Kunden kommen dann zugangsgesteuert – so heißt es ja heutzutage im Fach-Jargon – werden jetzt zugangsgesteuert in den Laden hinein gelassen. Es gibt ja in Deutschland unterschiedliche Regelungen – es gibt ja auch Regelungen, die besagt haben, dass die Fahrräder nur außen übergeben werden durften. Das konnten wir mit dem zuständigen Ordnungsamt klären, dass das nicht so ist, weil das auch die technische Aufnahme und Abgabe von Rädern deutlich erschwert.

Eine Schwierigkeit dabei ist sicherlich auch das Fertigen. Wie kann ich mir jetzt sicher sein, dass das Fahrrad tatsächlich die Maße hat und so perfekt eingestellt ist, wie ich es normalerweise gewohnt bin?

Was hier die Besonderheit ist, ist, dass wir unser Radlabor auch in dem Online-Shop angebunden haben. Das bedeutet, der Kunde kann seine Armlänge, seine Innenbeinlänge ausmessen und hat eben dann über diese beiden Rahmeninformationen – stationär würden wir ja noch deutlich mehr ausmessen – aber so hat man eine Indikation. Das ist bei uns die Vernetzung zwischen dem stationären System, was per Laserausmessung funktioniert und jetzt den Kunden zu Hause an die Hand zu geben, so dass er auch schon einmal vergleichbare Daten erheben kann.

In anderen Bereichen ist plötzlich ein radikaler Wechsel hin zu online Geschäftsmodelle zu sehen – Supermarkt-Lieferung und derlei. Auch Fahrradgeschäfte müssen sich dem stellen.

Wenn man über die Durchwahl geht, kann man die Werkstatt anwählen, aber auch genauso den Verkauf. Wir tätigen jetzt den Verkauf über Anrufe und versuchen den Kunden oder oder das Kundeninteresse genau abzufragen. Man hat dann die Möglichkeit, zum einen weiterführende Informationen über den Onlineshop zu generieren – das ist der erste Schritt. Man kann über den Onlineshop kaufen, wenn man das dann möchte und sich das dann liefern lassen. Der dritte Punkt wäre, wenn noch mehr Beratung notwendig ist, würde man über eine WhatsApp Business Verbindung gehen.

WhatsApp als Verkaufskanal –  das habe ich auch noch nicht gehört.

Wenn es um Beratung geht – wenn sie sich über den Onlineshop vorher informiert haben. Sehr viele kommen ja über den Kanal und gucken beim Händler einfach mal drauf. Was normalerweise dann gefolgt wäre, ein stationärer Versuch. In dem Fall kann der stationäre Besuch nicht stattfinden, also nutzt man die WhatsApp Möglichkeit, um seine weiterführenden Fragen zu stellen.

Ich bin mir nicht sicher, ob Kunden die gleichen Fragen stellen, wenn sie im Geschäft stehen, oder wenn sie mit dem Händler über WhatsApp kommunizieren.

Die Rückfragen, die da kommen, sind sehr ähnlich zu einem Besuchstermin, den man vor Ort auch hätte. Viele Fragen beziehen sich eben gerade auf die technischen Details. Aber was man vor allem wieder merkt ist, um zurückzukommen zu unserem persönlichen Credo, in dem Gespräch zu beginnen mit der Frage, was der Kunde eigentlich mit dem Rad, wenn es sich um eine Anfrage handelt, eigentlich wirklich damit machen möchte.

Die Lieferung von Fahrrädern stellt aber eine besondere Herausforderung dar. Irgendwie muss dieses klobige Teil ja in einen Karton passen.

Also ist es so, dass wir im Normalfall es machen, dass wenn wir die Beinlänge haben und auch die Armlänge, sind wir normalerweise in der Lage die restlichen Daten zu ergänzen oder vom Kunden nochmal abzufragen und das können wir weiter abklopfen. Dann würden wir das Rad entsprechend einer online-gemäßen oder konformen Montagerichtlinie versenden – demontierte Pedalen und Lenker und so weiter und mit einer Montageanleitung. Was man normalerweise braucht: Man braucht einen Inbusschlüssel, um das Rad zu montieren und in einigen Fällen auch einen Pedalschlüssel. (Anm. d. Red.: siehe hierzu auch unseren Blogbeitrag „Fahrrad fahrbereit machen„).

Warme Temperaturen brachten die Bevölkerung dazu eben doch einen Teil der Zeit außerhalb der Wohnung zu verbringen. Es ist ja auch nachzuvollziehen – das wetter ist schön, da wollten ja alle irgendwie frische Luft schnappen.

Ja was man eben doch merkt – also explizit in den letzten Tagen… man erkennt am Kunden, dass sie aufgrund der Vermeidung des öffentlichen Nahverkehrs schon gezielt ihr Rad als Transportmittel in Erwägung ziehen.

Grundsätzlich ist das ja auch nicht falsch, solange die Regeln des Abstands eingehalten werden. Dann merkten aber plötzlich Einige: “Ups. Mein Fahrrad funktioniert ja nicht mehr richtig.”

Was natürlich zwangsläufig dazu führt, dass wir gehäufte Anrufe im Sinne von: “Ich hab mein Rad heute aus dem Keller geholt und ich hab nen Platten” oder “Ich kann meine Bremse an bis zum Anschlag ziehen” sehen. Also so ganz typische Dinge, woran man merkt: Okay, derjenige kann gestern sein Rad noch nicht benutzt haben und daran merken wir sehr sehr deutlich, dass Leute aktiv umsteigen und ganz kurzfristig an Hilfe benötigen. (Anm. d. Red.: siehe ergänzend hierzu auch unseren Beitrag: Fahrrad selber reparieren: Fünf einfache Handgriffe)

Und sie müssen zur Reparatur. Wichtig ist nun, dass die Händler sich sehr schnell und sehr gewissenhaft darauf eingestellt haben, dir eine möglichst virusfreie Umgebung zu schaffen.

Es ist uns wichtig: Man kann den Werkstatt-Bereich gezielt betreten – durch eine Wegeführung und eine entsprechende Abstandsregelung der Kunden und dann werden die Räder abgegeben und werden dann meistens einen Tag später nach Durchführung der Reparatur wieder abgeholt.

Bekomme ich denn im Moment überhaupt alle Ersatzteile für mein Rad?

Es gibt ja große Lieferanten, die jetzt ihren Turnus reduziert haben. Das heißt,  dieser dieser dieser Turnus, der früher in der täglichen Belieferung war, wird zum Teil regional jetzt auf zweimal die Woche umgestellt. Von der Seite lehnen wir derzeit nicht ab. Es sei denn, wir wissen ganz gesichert, dass man an die Ersatzteile nicht rankommt, was aber im Moment zumindest bei unserer Lieferanten-Basis noch nicht der Fall ist, das gar nicht – also das irgendwo Lieferungen komplett ausgesetzt werden – das wäre mir noch nicht bekannt bis jetzt.

Aber was ist eigentlich, wenn ich mein Fahrrad nun fürs Pendeln nutze. Also viel mehr Gepäck transportieren muss, aber mein Fahrrad dafür gar nicht ausgerüstet war?

Also genau genommen ist das natürlich ein Grenzbereich. Aber man muss immer sagen, dass – ich glaube – der an der Werkstatt anhängige Verkauf zugelassen ist. Das heißt, so ein Gepäckträger ist ja genau genommen kein ganz klassischer Verkauf, wie man ihn nennen würde. Es könnte ja auch sein, das Rad wäre umgefallen und auf den Gepäckträger gefallen: Der wäre jetzt defekt und müsste ausgetauscht werden. Zum anderen sind es ja meistens Umbauten, die sich auch irgendwie auf die urbane Nutzung jetzt beziehen, sodass ich glaube, wenn man das dann sagen wir mal mit hinzu zieht, man sich sicherlich noch regelkonform verhält… ja.

Bringen wir das also zusammen. Radfahren ist gesund. Radfahren ist auch nach wie vor erlaubt. Viele von uns haben ein Rad im Keller – vielleicht ist Wartungsbedarf da, aber wir können ihn decken. Viele von uns suchen gerade nach einem neuen Rad. Und viele von uns haben leider kein Rad im Keller – aber auch ihnen können wir noch helfen.

Unsere Händler stehen auf vielfältige und kreative Art und Weise für Euch zur Verfügung. Nicht alle Händler haben die Möglichkeit, Fahrräder direkt an die Kunden auszuhändigen: Sie nehmen trotzdem Reparatur-Aufträge an. Velo Zürich hat einen sogenannten Velomat erschaffen und seine Schaufenster zu Lieferstationen umfunktioniert. Clevere Lösung sind also das Gebot der Stunde. Innovation ist das Gebot der Stunde. In dieser Woche sind wir aktiv damit beschäftigt, Ideen zusammenzutragen, um sowohl für unsere Radfahrer, also auch unsere Händler in dieser Zeit da zu sein. Für uns ist das wichtig. Für uns steht immer Gemeinschaft im Vordergrund. Wir sind seit hundertfünfunddreißig Jahren da. Das funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

Übrigens: In unserem Blog findest Du noch weitere Informationen zum Coronavirus und Fahrradfahren.

Weiterführende Links zu den angesprochenen Themen

 

23. März 2020
Diamant Redaktion
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