Reifenmontage beim Fahrrad – So gehts!

Am Fahrrad den Reifen zu wechseln und die damit einhergehende Montage zählen zu den häufigsten Tätigkeiten eines jeden Fahrradfahrers. Auch wenn das Material eines Fahrradreifens heutzutage durch hohe Qualität überzeugt, wirst Du schon allein durch den natürlichen Verschleiß bei regelmäßiger und langjähriger Nutzung nicht um eine Erneuerung herumkommen.

Spätestens bei einem abgefahrenen Profil sollte der Reifen getauscht werden. Auch wenn Du oft mit zu niedrigem Luftdruck fährst, bilden sich an der Reifenflanke mit der Zeit Risse. Diese können irgendwann den Reifen unter Belastung regelrecht platzen lassen. Auch Hitze, Kälte und UV-Licht setzen einem Reifen auf Dauer zu. Und gegen einen aufgrund von Durchstichen beschädigten Schlauch ist natürlich niemand gewappnet. Eine Reifenpanne entsteht also schnell. In dem Fall musst Du einen Flicken an der schadhaften Stelle anbringen oder den Schlauch ersetzen.

Bist Du bisher für den Wechsel der Reifen bzw. die Reifenmontage immer in eine Werkstatt gefahren und hast dein Fahrrad dem Fachmann übergeben? Mit unserer Anleitung und wenig Werkzeug kannst Du dies in Zukunft problemlos selbst bewerkstelligen.

Nachfolgend erklären wir Dir, was Du bei der Reifenmontage beachten solltest.

Verschiedene Reifentypen

Bevor Du das Projekt Reifenmontage beginnst, solltest Du Dich eingehend damit auseinandersetzen, um welche Art von Reifen es sich bei deinem Fahrrad handelt.

Denn es bestehen gravierende Unterschiede bei den Reifen. So gibt es:

  • Standard- oder Drahtreifen: Die Reifenluft befindet sich im Fahrradschlauch, und der Reifen ist auf eine Standardfelge aufgezogen.
  • Tubeless- oder Tubeless-Ready-Reifen: Diese Reifen haben keinen Schlauch und sind auf eine spezielle schlauchlose Felge aufgezogen.
  • Schlauchreifen: Der Schlauch ist innenliegend zusammengenäht oder -geklebt und die Karkasse an die Felge geklebt.

Die folgenden Anweisungen beziehen sich auf Standard-Drahtreifen-Systeme. Wenn Dein Fahrrad über andere Reifentypen verfügt, solltest Du Dich an Deinen Fachhändler wenden.

Laufrad ausbauen

  1. Folge zunächst einmal den Anweisungen zum Aushängen der Bremse in unserem Beitrag Fahrradbremsen prüfen und einstellen.
  2. Arbeite im Anschluss die einzelnen Schritte zum Ausbau des Laufrads im Beitrag Laufrad beim Fahrrad einbauen und überprüfen durch.
E-Bike winterfest machen - Diamant-BlogDu hast weitere Fragen zum Ein- oder Ausbau von verschiedenen Bauteilen an Deinem Fahrrad? Du möchtest wissen, was Du vor der ersten Fahrt beachten solltest? Oder schlummert in Deiner Garage ein altes Bike, das Du gerne restaurieren möchtest? Keine Sorge, bei uns erhältst Du Antworten: Auf unserer Übersichtsseite Fahrradreparatur & Fahrradwartung mit Diamantrad findest Du viele Anleitungen, Tipps und Checklisten, die Dir dabei helfen.

Reifen vom Laufrad abnehmen

Ziehe den Reifen mit den Händen oder einem Reifenheber von der Felge. Verwende keine scharfen Gegenstände wie beispielsweise Schraubendreher, um den Reifen abzunehmen.

  1. Lasse die gesamte Luft aus dem Schlauch ab.
  2. Drücke die Reifenwülste in das Felgenbett (Abb. 50). Wiederhole diesen Vorgang, um das ganze Laufrad herum.
  3. Wenn Du einen Reifenheber verwendest, hebe einen Reifenwulst an und entnimm ihn aus der Felge (Abb. 51). Beginne auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils.
  4. Arbeite Dich auf diese Weise rund um das Laufrad, bis ein Wulst vollständig frei ist.
  5. Greife in den Reifen und nimm den Schlauch heraus.
  6. Ziehe den zweiten Wulst aus der Felge.
Reifenwülste im Felgenbett - Diamantrad-Blog
Abb. 1: Reifenwülste im Felgenbett. – Diamantrad-Blog

 

Erster Reifenwulst und Schlauch außerhalb der Felge - Diamantrad-Blog
Abb. 2: Erster Reifenwulst und Schlauch außerhalb der Felge. – Diamantrad-Blog

Reifen am Laufrad anbringen

  1. Befolge zur Überprüfung von Felge, Felgenband und Reifen die Inspektionsanweisungen im Beitrag Laufrad beim Fahrrad einbauen und überprüfen. Kontrolliere auch die Innenseite des Reifens.
  2. Wenn Du den Schlauch oder den Reifen ersetzen willst, setze Dich im Vorfeld mit der benötigten Größe auseinander. Dazu solltest Du die Hinweise auf der Reifenflanke beachten oder Dich bei einem versierten Fahrradtechniker erkundigen.
  3. Pumpe den Schlauch auf, bis er allmählich Form annimmt.
  4. Setze den Schlauch in den Reifen ein.
  5. Schiebe das Ventil durch die Felgenöffnung.
  6. Bringe den ersten Wulst nur mit den Händen in der Felge an (Abb. 51). Beginne am Ventil.
  7. Drücke Reifen und Schlauch nach innen, bis der Schlauch sich innerhalb der Felge befindet (Abb. 52).
  8. Schiebe nun den zweiten Wulst nur mit den Händen in die Felge. Beginne am Ventil. Achte darauf, dass der Schlauch nicht zwischen Felge und Reifen eingeklemmt wird (Abb. 53).
  9. Schiebe den Ventilfuß so in den Reifen, dass er nicht zwischen einem Reifenwulst und der Felge eingeklemmt wird.
  10. Pumpe den Reifen etwa zur Hälfte auf und prüfe dann, ob der Reifenwulst korrekt in der Felge sitzt (Abb. 54).
  11. Lasse die Luft wieder ab. Dadurch wird verhindert, dass der Schlauch eingeklemmt wird.
  12. Pumpe die Reifen entsprechend der Druckangaben an der Reifenflanke auf. Achte jedoch darauf, den Reifen nicht zu stark aufzupumpen.
Erster Wulst über der Felge - Diamantrad-Blog
Abb. 3: Erster Wulst über der Felge, Schlauch in der Felge. – Diamantrad-Blog
Schlauch zwischen Reifen und Felge eingeklemmt - Diamantrad-Blog
Abb. 4: Schlauch zwischen Reifen und Felge eingeklemmt. – Diamantrad-Blog
Reifenwülste in den Felgenhörnern, Schlauch in der Felge - Diamantrad-Blog
Abb. 5: Reifenwülste in den Felgenhörnern, Schlauch in der Felge. – Diamantrad-Blog

Reifendrucktabelle für das Fahrrad

Um Rissen im Reifen aufgrund zu niedrigen Luftdrucks vorzubeugen oder platzende Reifen wegen zu hohen Drucks zu verhindern und allgemein für möglichst hohen Fahrkomfort, solltest Du Dich eingehend mit dem richtigen Reifendruck für Dein Fahrrad auseinandersetzen und wissen, wie Du diesen überprüfen kannst.

Eine Faustregel darüber, welcher Luftdruck im Fahrradreifen optimal ist, gibt es allerdings nicht. Viel mehr hängt der richtige Druck vom Gewicht des Radfahrers und der Belastung der Reifen durch den Fahruntergrund ab. Der Druck wird dabei nicht vom Gewicht des Fahrrads beeinflusst – wie es beim Auto der Fall ist. Auch spielen für den Luftdruck im Reifen individuelle Vorlieben, wie der geringere Rollwiderstand oder auch der Federungskomfort, eine Rolle. So wird beispielsweise bei höherem Luftdruck der Rollwiderstand geringer.

Auf jedem Reifen ist angegeben welcher Druckbereich für den Reifen zulässig ist. Diese Angabe findet man auf der Mantelseite.

Auch wenn es nicht die Regel für den richtigen Reifendruck gibt, so kann man dennoch eine grobe Orientierung geben:

PSI
ATM
kPa
35
2.38
238
40
2.72
272
45
3.06
306
50
3.40
340
55
3.74
374
60
4.08
408
65
4.42
442
70
4.76
476
75
5.10
510
80
5.44
544
85
5.78
578
90
6.12
612
95
6.46
646
100
6.80
680
105
7.15
715
110
7.48
748
115
7.83
783
120
8.17
817

Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Fazit: Reifenmontage am Fahrrad

Wie Du siehst, ist der Wechsel von Reifen und Schlauch am Fahrrad gar nicht mal so schwierig, wie Du vielleicht zuvor gedacht hast. Mit einer guten Anleitung ist dies auch für den Laien, in relativ kurzer Zeit selbständig durchzuführen und Du bist wieder sicher mit dem Fahrrad unterwegs.

17. Dezember 2018
Diamant Redaktion
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