Mit dem Rad zur Arbeit

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren bringt viele Vorteile mit sich. Denn mit dem Fahrrad bist Du bei kurzen Entfernungen meist sogar schneller am Ziel als mit dem Auto oder öffentlichen Nahverkehr. Und mit Motorenunterstützung gilt das gar für Strecken bis hin zu zehn Kilometern. Auch die nervige Parkplatzsuche sowie der Stau zur Rush Hour fallen weg.

Zudem kurbelt die Bewegung den Kreislauf an, so dass Radfahrer meist bereits zu früher Stunde fit sind. Zusätzlich förderst Du das Immunsystem, was dafür sorgt, dass radelnde Arbeitnehmer seltener krank sind. Es lohnt sich also auch als Firma, das Thema Fahrradfreundlichkeit genauer zu betrachten. Im Diamantrad-Blog informieren wir Dich rund um das Thema Radpendeln.

Radpendler leben länger und gesünder

Eine Langzeitstudie aus Großbritannien zeigt: Wer den Weg zur Arbeit auf dem Rad zurücklegt, ist gesünder und verfügt demnach in der Regel über eine höhere Lebenserwartung. In dem Zeitraum von 1991 bis 2016 haben die Cambridge University und das Imperial College London die Daten von über 300.000 Radpendlern ausgewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Frühsterblichkeitsrate dieser Verkehrsteilnehmer um 20 Prozent verringert sei. Viele Krankheiten wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und auch Krebs traten bei Radlern signifikant seltener auf. Diese Ergebnisse zeigen, dass der menschliche Körper von Bewegung lebt.

Den täglichen Weg auf dem Rad zurückzulegen ist eine einfache Möglichkeit, Bewegung in den Alltag einzubauen. Laut der WHO kann Zivilisationskrankheiten bereits durch fünf Mal pro Woche 30 Minuten Rad fahren entgegengewirkt werden. Ist Dein Arbeitsweg kürzer, kein Problem: Einfach am Wochenende sowie nach Feierabend eine Runde radeln, und Du kommst auch auf 150 Minuten pro Woche. Weiterhin baust Du als Fahrradpendler Stress ab und bekommst den Kopf frei, was gut für Deine mentale Gesundheit ist. Auf diese Weise steht einem entspannten Feierabend nichts im Weg.

Aktionen und Initiativen aus Deutschland und der Schweiz

Auch wenn die Vorteile vom Fahrrad als Verkehrsmittel auf der Hand liegen, sind radelnde Pendler bisher noch in der Minderheit. Um dies zu ändern, gibt es sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland Mitmach-Aktionen zur Förderung von Fahrradpendlern im Unternehmen.

In der Schweiz soll mit „bike to work“ dazu motiviert werden, das Fahrrad für den Arbeitsweg einzusetzen. Dabei handelt es sich um ein Projekt von Pro Velo Schweiz. Dieser Verband setzt sich dafür ein, das Fahrrad als umweltfreundliches, energiesparendes und gesundes Verkehrsmittel zu fördern. Die Teilnahme ist einfach:

  • Ein Unternehmen meldet sich geschlossen für bike to work an und entrichtet die Teilnahmegebühr.
  • Die Aktivtage werden online vermerkt.
  • Innerhalb der Firma gilt es anschließend Viererteams zu bilden und während des Mais und Junis möglichst oft mit dem Rad zur Arbeit zu gelangen.

Wer an mehr als 50% der Tage in die Pedale tritt, nimmt an der Verlosung teil und hat die Chance auf Preise im Wert von über CHF 140.000. Das Pilotprojekt fand 2005 zunächst mit 20 Betrieben und 1600 Teilnehmenden statt. Im Laufe der Jahre erfreute sich die Aktion immer größerer Beliebtheit und wuchs stetig weiter. Im Jahr 2019 nahmen mehr als 70.000 Teilnehmende aus über 2.000 Betrieben teil. Die Challenge half dabei, innerhalb des Unternehmens den Teamgeist zu fördern sowie die die Gesundheit der Beschäftigten zu verbessern. Gleichzeitig war die Teilnahme ein Statement zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten. Aufgrund der Coronakrise findet die Aktion in diesem Jahr nicht im Mai und Juni, sondern im September und Oktober statt (siehe hierzu auch unseren Blogbeitrag „Corona und Radfahren“).

Das deutsche Äquivalent dazu ist die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ – eine Initiative des ADFC und der AOK. Die Teilnahme ist kostenlos und ganz einfach zu bewerkstelligen: Im Aktionszeitraum zwischen Anfang Mai und Ende August notieren registrierte Radfahrer täglich ihre mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer online. Wer mag, kann auch gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen ein virtuelles Team bilden (gut für die Motivation). Wer innerhalb des Aktionszeitraums auf 20 geradelte Tage oder mehr kommt, wird am Ende automatisch bei der großen Verlosung berücksichtigt. Die Teilnahme für Fernpendler ist ebenfalls möglich, indem sie die Wege etwa zum Bahnhof zählen.

„Mit dem Rad zur Arbeit“ gibt es bereits seit 2001. Seitdem haben bereits knapp zwei Millionen Radfahrer mitgemacht. Das fördert nicht nur die Gesundheit, sondern schont auch die Umwelt. Denn wer das Fahrrad anstelle des Autos wählt, spart eine nicht unbeachtliche Menge CO2 ein.

Als Beispiel: Personen, die täglich zwölf Kilometer auf dem Drahtesel zurücklegen und nicht in den PKW steigen, sparen durchschnittlich ein Kilo CO2 ein. In diesen Tagen kommt Radfahren eine größere Bedeutung denn je zu. Daher findet mit dem Rad zur Arbeit nicht nur trotz, sondern gerade wegen der aktuellen Corona-Situation statt. Allerdings gibt es ein paar Änderungen. Statt von Mai bis August läuft die Aktion in diesem Jahr von Juni bis mindestens September. Die sonst übliche Auftaktveranstaltung fällt in diesem Jahr aus. Wer aktuell vom Homeoffice aus arbeitet und dementsprechend keine Wege ins Büro zurückzulegen hat, kann auch andere Fahrten anrechnen lassen.

Mehrere Fahrradpendler - Mit dem Rad zur Arbeit - Diamantrad-Blog
Bei Aktionen und Initiativen zum Fahrradpendeln können sich auch mehrere Kollegen anmelden – Diamantrad-Blog

Was sollte ich bei Pendlerrädern beachten?

Willst Du in Zukunft den täglichen Arbeitsweg radelnd zurücklegen, benötigst Du natürlich das entsprechende Fahrrad. Insbesondere, wenn der Weg zwischen Deiner Wohnung und Deinem Arbeitsplatz mehr als zehn Kilometer beträgt, ist ein geeignetes Pendlerrad besonders wichtig. Doch nicht nur die Länge, sondern auch die Beschaffenheit der Strecke bestimmt, welche Aspekte bei Deinem Fahrrad nicht fehlen dürfen. Auch unterschiedliche Wetterbedingungen und Transportmöglichkeiten solltest Du beim Kauf nicht außer Acht lassen, um in möglichst vielen Situationen gut gerüstet zu sein.

Dabei kommt es viel mehr auf eine simple Bauweise und zuverlässige Komponenten als auf unnötigen Schnickschnack an. Damit Du auch bei Schmuddelwetter wie Regen oder auch Schnee nicht mit dreckiger Kleidung im Büro aufschlägst, dürfen Schutzbleche bei Deinem Fahrrad keinesfalls fehlen. Achte dementsprechend auch darauf, ob Du Dein Fahrrad leicht reinigen kannst oder regelmäßig großen Pflegeaufwand betreiben musst. Dein Arbeitsweg wird vermutlich nicht (nur) durch idyllische Wälder und vorbei an Wiesen führen, sondern vielmehr häufiges Radfahren in der Stadt umfassen.

Damit Du den Verkehr gut im Blick hast, sollte Dein zweirädriger Begleiter eine aufrechte Sitzposition möglich machen. Beachte auch Deine täglich zu transportierenden Dinge: Fährst Du mit leichtem Gepäck zur Arbeit, reicht möglicherweise ein Rucksack. Musst Du allerdings jeden Tag einen Laptop oder Ähnliches transportieren, sind regendichte Transporttaschen am besten geeignet. Sie schützen auch empfindliche Utensilien und entlasten Deinen Rücken. Und um ärgerlichen Platten vorzubeugen, solltest Du gegebenenfalls ein Fahrrad mit schlauchlosen Reifen (Tubeless Ready) in Betracht ziehen.

Welcher Pendlertyp bin ich?

Vor dem Kauf gilt es sich zu überlegen, welcher Typ von Pendler Du eigentlich bist. Wie sieht der Weg zur Arbeit aus? Willst Du den Weg als Sporteinheit nutzen oder eher gemütlich zurücklegen? Was musst Du tagtäglich auf Deinem Bike transportieren? Bist Du ein Fernpendler und möchtest Dein Rad mit in den Zug nehmen? Je nachdem kommen verschiedene Fahrradtypen in Frage:

  • Der Kiez Pendler: Du lebst und liebst das Gefühl in Deinem Kiez? Daher ist es auch klar, dass sich Deine Arbeitsstelle nicht am anderen Ende der Stadt befindet. Da vielmehr der Kiez selbst und nicht die eigenen Vier-Wände Dein Zuhause sind, wird der Rückweg vom Büro gerne zur Tour durch Kneipen und Bars. Selbstredend kannst Du da nicht mit sportlicher Funktionskleidung unterwegs sein. Aus diesem Grund eignet sich für Dich ein Hollandrad. Der verbaute Kettenschutz sowie die tiefgezogenen Schutzbleche sorgen dafür, dass Dein Ausgeh-Outfit nicht ruiniert wird. Die Mehrzahl der Modelle verfügen über drei bis sieben Gänge. Für die Wege quer durch Deinen Kiez ist dies in der Regel vollkommen ausreichend. Praktisch ist zudem, dass sich auf dem Gepäckträger oder an dem Lenker gut ein Korb oder Transporttaschen anbringen lassen. Das Feierabend Bierchen im Park für Deine Freunde und Dich kann so problemlos transportiert werden.
  • Der Survivalist: Du willst nichts dem Zufall überlassen und für jegliche Situationen perfekt gewappnet sein? Egal ob Straßen oder Waldwege – als Survivalist kommst Du überall klar. Ein Trekking®-Rad ist daher der passende Begleiter für Dich. Auch wenn Du nicht auf dem Sattel sitzt, bist Du gerne optimal ausgerüstet. Wie gut trifft es sich, dass sich der Transport von Gegenständen mit diesen Rädern hervorragend bewerkstelligen lässt. Ob Korb oder Taschen am Lenker, Rahmen und Sattel: Du hast die Qual der Wahl.
  • Der Letzte-Meile-Pendler: Bist Du immer auf der Suche nach der optimalen Lösung? Je nach Wohnort erreichst Du mit der Kombi aus Fahrrad und Bahn am schnellsten und komfortabelsten das Büro. Mit einem Klapprad kannst Du entspannt zum Bahnhof radeln und es dort auf ein handliches Maß bringen. Die Fahrradmitnahme in der Bahn ist so kein Problem. Anschließend schwingst Du Dich wieder in den Sattel. Logisch, dass Du mit dem Rad schneller vom Bahnhof das Büro erreichst, als es zu Fuß der Fall wäre. Dich morgens noch einmal gemütlich im Bett umzudrehen, ist mit einem Klapprad kein Problem mehr. Trotz der kompakten Größe verfügen einige Modelle über einen Gepäckträger, so dass Du Deine Arbeitstasche bequem transportieren kannst.
  • Der Frühsportler: Ganz nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ möchtest Du bereits morgens eine kleine Sporteinheit absolvieren? Brauchst Du es für Dein körperliches Wohlbefinden, Dich auf dem täglichen Weg zur Arbeit auszupowern, bieten sich für Dich Renn- bzw. Sportbikes Die schmalen Reifen sorgen für eine gute Rolleigenschaft, so dass Du schnell unterwegs bist und besonders viel für Deine körperliche Fitness tust. Allerdings eignen sich diese Räder nur, wenn Du im Büro die Möglichkeit zum Umziehen hast und Du nicht tagtäglich schwere Dinge transportieren musst.
  • Der Adrenalin-Pendler: Du bist immer auf der Suche nach dem nächsten Adrenalin-Kick und versuchst dies in den Arbeitsalltag zu integrieren? Mit einem Mountainbike kannst Du anstelle asphaltierter Straßen über eine Schotterpiste oder den Wald fahren. Breite Cross-Reifen bieten hier gravierende Vorteile. Ebenso wie beim Rennrad solltest Du im Büro Umkleidemöglichkeiten haben und nur mit leichtem Gepäck unterwegs sein.
  • Der Komfortpendler: Eigentlich bist Du der Meinung Sport ist Mord und versuchst Bewegung zu vermeiden, wo es nur geht? Anderseits sind überfüllte Bahnen früh morgens auch nicht das Wahre und die Umwelt liegt dir natürlich auch am Herzen. Ein E-Bike ist da die Lösung. Durch die elektrische Unterstützung kommst Du auch bei einem eher längeren Arbeitsweg, vielleicht sogar mit Hügel ohne zu schwitzen auf der Arbeit an – selbst bei schwererem Gepäck. Durch den Motor ist ein hohes Transportgewicht kein Problem.

Mann auf Zouma Supreme+ - Mit dem Rad zur Arbeit - Diamantrad-Blog

Mit einem E-Bike ist das Pendeln auch mit schwerem Gepäck einfach möglich – Diamantrad-Blog

Dienstrad und Pendlerpauschale für Radfahrer

Ähnlich wie bei einem Dienstwagen bringt ein Dienstfahrrad steuerliche Vorteile mit sich. Radfahrer können die Pendlerpauschale ebenfalls geltend machen.

Im Zuge der Debatte um eine nachhaltige Mobilität hat der Gesetzgeber das Dienstrad dem Dienstwagen gleichgestellt. Dies bedeutet, dass Du über das sogenannte Bike-Leasing zu guten Konditionen ein hochpreisiges Fahrrad erwerben kannst. Wo und wann Du es nutzt, bleibt Dir überlassen. Wie bei einem Dienstwagen gibt es einen sogenannten „geldwerten Vorteil“. Das heißt, dass die private Nutzung Deines Fahrrads monatlich pauschal mit einem Prozent des Listenpreises versteuert wird. Der Anteil von dienstlichen und privaten Fahrten ist ebenso wie beim Auto irrelevant.

Bestreitest Du Deinen täglichen Weg zum Arbeitsplatz mit dem Fahrrad, kannst Du dies als Entfernungspauschale bei Deiner Steuererklärung nutzen. Als Radpendler hast Du sogar die Möglichkeit, die Werbungskosten geltend zu machen. Allerdings kannst Du hier in der Regel nur den kürzesten Weg anrechnen. Eine andere Strecke zu fahren zählt nur in Ausnahmefällen.

Fazit: Mit dem Rad zur Arbeit ist gesund und schont die Umwelt

Eine Empfehlung der WHO sieht 150 Minuten Bewegung pro Tag vor. Fährst Du täglich mit dem Rad zur Arbeit, gelangst Du problemlos auf dieses Pensum. Gleichzeitig baust Du Stress ab, und der frustrierende Stau zum Feierabend sowie die nervenaufreibende Parkplatzsuche gehören der Vergangenheit an. Unabhängig von Dir als Individuum dient der Umstieg vom Auto aufs Rad auch einem höheren Zweck – und zwar der Umwelt.

Aktionen wie Mit dem Rad zur Arbeit oder bike to work motivieren dazu, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Wie Du siehst, gibt es jede Menge Gründe dafür, sich täglich aufs Rad zu schwingen. Daher ist es wünschenswert, dass das Zweirad nicht nur im Aktionszeitraum verstärkt zum Einsatz kommt, sondern sich der Trend zum Fahrradpendeln fortsetzt.

Weiterführende Informationen zum Thema Radfahren zur Arbeit

10. Juni 2020
Diamant Redaktion
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